„Da fühlt man sich schon ein bisschen wie Schumi auf der Formel-1-Rennstrecke“
Auto-Test: Fahrbarer Kompromiss

Im Weekend-Journal-Autotest nimmt Tim Bosenick den neuen Alfa GT nach Attributen jenseits von Hubraum und PS unter die Lupe: Für ihn zählt die Benutzerfreundlichkeit.

Einsteigen, Kupplung treten, Zündschlüssel drehen, losfahren - so war es früher. Und heute? Da geht das Chaos für einen Fahrer eines neuen Autos schon beim Öffnen der Tür los. Welcher Knopf auf dem Infrarot-Türöffner ist für den Kofferraum, welcher für die Zentralverriegelung? Wo verstellt man den Sitz, und wie bekomme ich das Tankschloss auf? Selbst routinierte Autofahrer müssen sich erst einmal auf dem Armaturenbrett orientieren. "Wir haben mal nachgezählt: Im Phaeton von Volkswagen kann der Fahrer exakt 57 verschiedene Schalter und Knöpfe bedienen", erzählt Tim Bosenick. Er ist Geschäftsführer der SirValUse GmbH, die für Unternehmen Produkte von Kosmetik bis hin zu Autos auf Benutzerfreundlichkeit und Bedienbarkeit testet.

Für das Weekend Journal hat Bosenick den neuen Alfa GT unter die Lupe genommen, mit dem die Italiener sowohl Sport- als auch Komfortwagenfahrer ansprechen wollen.

"Eine Zeit lang waren Alfas mal ziemlich hässlich. Jetzt sind sie wieder schön", kommentiert Bosenick seinen ersten Eindruck. Also hinein in den Wagen, und das ganz ohne Anleitung. "Gute Rundumsicht und wichtige Funktionen wie Sitzeinstellung, Zündung, Spiegel sind alle da, wo man sie vermutet", sagt Bosenick - und sofort fällt ihm die technische Innovation des italienischen Sportwagenherstellers ins Auge: Das Selespeed-Getriebe. Statt über das übliche Raster in der klassischen Gang-Aufteilung schaltet der Fahrer dabei nur durch ein kurzes Tippen auf den Schalthebel hoch und herunter. Zugegeben, das gibt es auch im "Smart" von Mercedes. Aber wer beim Schalten die Hände am Lenkrad halten will, kann auch über die beiden Wippen hinter dem Lenkrad schalten - und das, ohne zu kuppeln und auch ohne vom Gas zu gehen.

"Da fühlt man sich schon ein bisschen wie Schumi auf der Formel-1-Rennstrecke", freut sich Bosenick. Ein System, das Bosenick intuitiv versteht, das aber auch Tücken hat. "Mir fehlt die Rückmeldung, welcher Gang drin ist, das sehe ich nur an der kleinen Anzeige im Armaturenbrett", sagt Bosenick. "Außerdem ruckelt das ganze Auto beim Gangwechsel zu stark. Ob das über Zehntausende Kilometer gut geht?"

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