DAB Bank und Vereins- und Westbank ebenfalls Verkaufskandidaten
HVB erwartet 1,1 Milliarden aus Bank Austria-IPO

Hypo-Vereinsbank-Chef Dieter Rampl rechnet nach eigenen Worten beim geplanten Teilbörsengang der Tochter Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) mit einem Erlös von rund 1,1 Mrd. ?. "Ja, das ist korrekt", sagte Rampl am Mittwoch in Berlin am Rande eines Bankenkongresses zu Reuters. Damit bestätigte er entsprechende Schätzungen von Analysten. Er gehe davon aus, dass die den IPO begleitenden Investmentbanken einen Preis von 29 bis 34 ? je Aktie anstrebten. Die Bookbuilding-Phase solle am 23. Juni starten, die Erstnotiz in Wien am 9. Juli erfolgen.

Reuters BERLIN. Die HVB will im Zuge einer Kapitalerhöhung 24,9 % der BA-CA an die Börse bringen, um auf diese Weise ihre schwache Kapitalbasis zu stärken. Eine hohe Risikovorsorge für gefährdete Kredite und die Talfahrt der Börsen haben dem Institut zuletzt schwer zu schaffen gemacht: 2002 musste die Hypo-Vereinsbank erstmals in ihrer Geschichte einen Verlust hinnehmen.

In einem fester tendierenden Marktumfeld konnte die HVB-Aktie bis zum frühen Abend knapp zehn Prozent auf 13,54 ? zulegen.

Rampl hat angekündigt, bis Jahresende die Kernkapitalquote der zweitgrößten deutschen Privatbank auf sieben von derzeit 5,7 % zu steigern. Sollte ihm das nicht gelingen, dürften die internationalen Ratingagenturen die Bank weiter zurückstufen, was die Refinanzierungskosten der HVB erhöhen würde. Den gesamten Kapitalbedarf seines Hauses hatte Rampl in der Vergangenheit auf 1,7 Mrd. ? beziffert. Er sei weiter zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen, sagte er am Mittwoch.

Rampl will sämtliche Beteiligungen der HVB auf den Prüfstand stellen. Die auf Konsumentenkredite spezialisierte Norisbank, die mit rund 200 Mill. ? in den Büchern steht, soll verkauft werden. Rampl sagte, derzeit gebe es etwa fünf Bieter für die Norisbank. In Branchenkreisen hatte es zuletzt geheißen, die Royal Bank of Scotland und die HSBC hätten Interesse signalisiert. Auch die Postbank gilt als potenzieller Käufer.

Die HVB wolle für die Norisbank nicht weniger als 300 Mill. ? akzeptieren, hoffe aber auf bis zu 400 Mill. ?, hieß es zuletzt in unternehmensnahen Kreisen. Da dies aber zusammen mit dem BA-CA-Börsengang nicht ausreicht, um auf die von Rampl genannten 1,7 Mrd. ? zu kommen, könnte sich die HVB möglicherweise auch von der Hamburger Vereins und Westbank - oder dem Online-Broker DAB trennen.

Unterdessen begab die HVB am Mittwoch eine in Aktien der Deutschen Lufthansa wandelbare Anleihe mit einem Volumen von 125 Mill. ?. "Die HVB Group setzt ihr Transformationsprogramm 2003 fort und baut ihren nicht-strategischen Beteiligungsbesitz weiter ab", teilte das Institut mit. Die Anleihe umfasse den gesamten Anteil der Bank an der Lufthansa von etwa 2,1 % und laufe bis April 2006. Nominal werde die Anleihe mit 1,5 % (Kupon) verzinst. Der Ausgabepreis betrage 100 % (Par). Die Wandlungsprämie belaufe sich auf 65 %.

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