Dach- und Mischfonds im Test
Flexible Fonds können nicht überzeugen

Wer hat die Krise besser gemanagt? Mischfonds, die sowohl in Aktien als auch in Renten investieren können oder Dachfonds, die in Aktien- und Rentenfonds anlegen? Dazu hat das Researchhaus Feri einen Performance-Vergleich angestellt. Nach Ansicht von Fondsexperten überzeugt dabei keines der flexiblen Konzepte.

HB DÜSSELDORF. Nach mittlerweile anderthalben Jahren Bärenmarkt an den Aktienbörsen fragen sich viele Anleger, ob sie nicht besser einen höheren Anteil festverzinslicher Wertpapiere im Depot gehabt hätten. Investoren können die Aufteilung zwischen Aktien und Renten auch einfach einem Fondsmanager überlassen.

Zwei Produktsegmente stehen zur Wahl: Mischfonds, die direkt in Aktien und Anleihen investieren und Dachfonds, die wiederum in Aktien- und Rentenfonds anlegen.

Für das Handelsblatt hat das Fondsresearchhaus Feri Trust ausgewertet, welche der beiden Fondsgruppen die Börsenkrise der vergangenen 18 Monate am besten gemeistert hat. Die Manager der hier verglichenen Dach- und Mischfonds haben jeweils gewisse Freiräume, wie viel sie in Aktien und Renten investieren. Sie können also flexibel auf die Börsensituation reagieren.

Nach Analyse der Daten erweist sich aber keine der beiden Produktgruppen als wirklich überlegen. Fondsexperten raten zudem Anlegern von flexiblen Produkten ab. "Investoren sollten die Aufteilung zwischen Aktien- und Renten in ihrer Hand behalten, um sie ihren persönlichen Bedürfnissen anpassen zu können", rät zum Beispiel Günter T. Schlösser, Geschäftsführer der Vemögensverwaltung Portfolio Concept.

Auf den ersten Blick scheinen indes die Mischfonds das Rennen klar für sich entschieden zu haben: Denn die Siegerfonds konnten in der 18-Monatszeitraum mit zweistelligen Prozentraten zulegen. Dagegen schaffte kein Dachfonds überhaupt den Sprung in die Gewinnzone.

Betrachtet man dagegen die Durchschnittsleistung der beiden Produktgruppen, relativiert sich das Bild. Flexible Dachfonds verloren im Test-Zeitraum im Schnitt knapp 16 %, Mischfonds gut 11 % - dieser knappe Renditevorsprung reicht nach Ansicht von Günter T. Schlösser aber nicht aus, um flexible Mischfonds als bessere Produktgattung zu küren.

Sein Rat für konservative Investoren: Statt einem Mischfonds oder gemischten Dachfonds sollten Anleger lieber einen guten Rentenfonds und einen guten Aktienfonds kaufen. Denn die Flexibilität der Fondsmanager bedeute für den Anleger auch ein gewisses Maß an Unsicherheit: Entspricht die Rentenquote noch den Wünschen des Investors?

Auch Hermann-Josef Hall, Vorstand bei Sauren Fonds-Research, rät Anlegern von flexiblen Produkten mit variabler Aktien/Renten-Quoten ab. "Bei den Mischfonds gibt es keinen Manager, der über die Jahre stets rechtzeitig auf die richtige Asset-Klasse gesetzt hat", erklärt der Experte.

Value-Manager liegen derzeit vorne

Das gute Abschneiden der Mischfonds in der Tabelle lässt sich mit derer klaren strategischer Ausrichtung erklären: "Das sind überwiegend Produkte, die auf werthaltige Anlagen setzen und zudem im Dollarraum übergewichtet sind", sagt Hall. Gerade diese Investmentstrategie hat sich im Nachhinein in letzter Zeit als überlegen erwiesen. "Doch in Zeiten des Tech-Booms waren diese Fonds nur auf den hinteren Rängen der Performance-Tabellen zu finden", sagt er. Sollten etwa Techwerte wieder anziehen, sei fraglich, ob Anleger mit diesen Fonds gut bedient sind.

Hier zeigt sich ein Vorteil der Dachfonds: Denn sie können über das Investment in unterschiedliche Fonds verschiedene Stile kombinieren. "Durch die sehr breite Streuung bei Dachfonds sind die Verlustrisiken nochmals vermindert", sagt Peter Loll, Sprecher von Oppenheim Fonds Trust, "aber auch die Gewinnchancen." Ein Beleg dafür findet sich in der vergleichsweise geringen Rendite-Differenz zwischen dem besten und dem schlechtesten Dachfonds von nur 22, 3%. Hier sind die Unterschiede zwischen dem besten und dem schlechtesten Mischfonds dagegen erheblich größer: 88,9 %.

Als Nachteil der Dachfonds wird dagegen die hohe Kostenbelastung ins Feld geführt. Anleger zahlen bei einem Dachfonds nicht nur die laufenden Management-Gebühren für ihren Dachfonds; hinzu kommen noch die Verwaltungskosten für die Fonds, in die der Fonds investiert (Zielfonds), wenn sie nicht aus dem gleichen Hause stammen.

Es geht auch einfacher und billiger: Anleger, die in den vergangenen 18 Monaten (gerechnet bis Ende August) 50 % ihres Anlagebetrages in den international anlegenden Aktienfonds DWS Vermögensbildungsfonds I und die anderen 50 % in den internationalen Rentenfonds ABN Amro Global Bonds Funds angelegt haben, hätten mit einer Performance von minus 9,4 % zwar auch Verluste eingefahren; aber sie hätten immer noch besser abgeschnitten als der Durchschnitts-Dach- oder Mischfonds.

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