Dachfonds mit defensiver Ausrichtung
Fondsmanager setzen verstärkt auf Osteuropa

Das Interesse von Thorsten Dreilich richtet sich zurzeit stark auf Osteuropa. "Die Annäherung an Westeuropa bleibt ein Anlagethema.

HB/vwd FRANKFURT/M. Wenn sich bei den osteuropäischen Währungen erneut eine Schwäche zeigt, werden wir unsere Positionen weiter erhöhen", sagt der Dachfondsmanager. Er betreut den Skyline Klassik der Vermögensverwaltung Fonds Direkt AG, Oberursel. Auch europäische Industrieanleihen will er zukaufen, wenn das Klima an den Rentenmärkten besser wird.

Der Skyline Klassik führt mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn per Ende Oktober von 2,79 % die Rangliste von 29 defensiv ausgerichteten Dachfonds an (Tabelle). Unter den "defensiven" Dachfonds sind jene Produkte eingeordnet, die sich grundsätzlich stark auf Fonds für wertstabile Anlagen wie Anleihen oder Geldmartkttitel ausrichten.

Mit dem Abschneiden seines Produkts ist er "generell" zufrieden. "Ein Fehler war sicherlich, dass wir Industrieanleihen zu früh gekauft haben. Das hat uns Performance gekostet", ärgert sich der Manager, der Kunden "eine Rentenanlage mit Pepp, aber überschaubarem Risiko" bieten will. Die Liquidität des Dachfonds pendle derzeit zwischen 8 % und 10 %. "Unsere Barmittel stecken wir in europäische Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten", erläutert Dreilich.

Auch der US-Dollar werde erneut interessant. Nach Ansicht des Fondsmanagers kommen die Amerikaner "als erstes aus der Rezession heraus, was Unternehmen und Anleger dazu veranlassen wird, wieder im Dollarraum zu investieren". Leichtsinnig will Dreilich dennoch nicht werden: "Wir kaufen immer nur ein Risiko ein." Der Metzler Payden Global High Yield für internationale Hochzinsanleihen, mit 8 % Dachfondsanteil die drittgrößte Position im Portfolio, sei beispielsweise währungsgesichert. Platz eins nehme mit knapp 10 % der DWS Euro Corp für europäische Unternehmensanleihen ein. Der gemischte Fonds H & A LuxGS Concept IB komme auf einen Anteil von etwas über 8 %.

Dreilich erwartet für die kommenden Monate eine positive Entwicklung der Aktienmärkte. Die Stimmung in den USA werde sich bessern und die restlichen Märkte mitziehen. Davon sollten Aktien in den nächsten zwei bis drei Jahren profitieren können. Renten werden es im kommenden Jahr nach Einschätzung von Dreilich schwerer haben.

Auf Null heruntergefahren hat Daniel Moreno zurzeit die Liquidität in dem von ihm betreuten Master Management 24 (Einkommen) der Investmentgesellschaft DWS, die zu Deutsche Bank-Gruppe gehört. Im Performancevergleich belegt der Dachfonds mit 2,76 % Wertverlust den achten Rang im Konkurrenzfeld. Die relativ gute Platzierung führt Moreno unter anderem auf die Entscheidung zurück, nach den Terroranschlägen vom 11. September die Cashposition von damals bis zu 10 % zu Gunsten einer höheren Aktienquote auf Null zu senken. Dieser Vorgang sei Ende September abgeschlossen gewesen. Damit habe der Fonds von den anziehenden Aktienkursen profitiert. "Wir sind - verglichen mit unserer Messlatte - jetzt in Aktien leicht übergewichtet. Unsere Aktienfondsquote liegt bei 22 %, die Rentenfondsquote bei 78 %", erläutert der Fondsmanager. Moreno blickt ebenfalls zuversichtlich auf die nächsten Monate. Auch er will künftig der anhaltenden Annäherung Osteuropas an Euroland Rechnung tragen. Die Quote dieser reinen "Konvergenzfonds" von derzeit 5 % sei eine gute Basis. Auch das Engagement in Emerging Markets will er ausweiten. Dem Euro traut der Spanier eine Aufholjagd gegenüber dem US-Dollar zu. Bereits jetzt seien 70 % der im Dachfonds vertretenen Fonds in Euro denomminiert, die Hälfte davon seien auch rein europäische Fonds. Bei auf US-Dollar lautenden Fonds seien die Währungsrisiken weitgehend abgesichert. Die größte Position zum Stichtag 1. Dezember halte mit mehr als 12 % der Euro-Rentenfonds DWS Prorenta. Der DWS US-Corp Bond für US-Dollar-Firmenanleihen folge mit 8 %, der DIT-Europazins sei mit knapp 6 % drittgrößte Position. Die Tabelle enthält keine Fonds-Ratings. Da Dachfonds erst seit kurzer Zeit angeboten werden, wäre eine vergleichende Bewertung wenig aussagekräftig.

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