Dachgesellschaft für Personenverkehr
Bahn plant umfassenden Konzernumbau

Der Konzernumbau bei der Deutschen Bahn und die Verlagerung zentraler Führungsaufgaben an den Unternehmssitz in Berlin gehen weiter. Das bundeseigene Unternehmen will den Personenverkehr zu einer eigenständigen Obergesellschaft mit Sitz in der Berliner Konzernzentrale zusammenfassen.

HB/dpa BERLIN. Die Pläne, über die der Vorstand noch nicht entschieden hat, werden dem Aufsichtsrat am 2. Juli vorgelegt, bestätigten Kreise des Kontrollgremiums am Dienstag. Die Bahn lehnte eine Stellungnahme zu den "internen Papieren" ab.

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" sollen unter der Obergesellschaft Personenverkehr die bisher weitgehend eigenständigen Bahn-Töchter DB Reise & Touristik AG (Fernverkehr) und DB Regio AG (Nahverkehr) Untergesellschaften werden, ihren Sitz aber in Frankfurt behalten. Dort sollen auch der Stadtverkehr und eine neue Sparte Vertrieb angesiedelt sein.

Des weiteren werde erwogen, den Fahrkartenverkauf und die Reiseberatung aus der DB Reise & Touristik herauszulösen. Die Verwaltung von Kundenbeschwerden und die telefonische Reiseauskunft könnten in den Vertrieb integriert werden. Die S-Bahnen Berlin und Hamburg sollten dem Plan zufolge in die Sparte Stadtverkehr eingebracht werden, hieß es weiter.

Die Konzernstrukturen bei der Deutschen Bahn werden seit dem Amtsantritt von Vorstandschef Hartmut Mehdorn Ende 1999 verändert. Bestandteil der 1994 eingeleiteten und als verkehrspolitisches "Jahrhundertwerk" gefeierten Bahnreform war zunächst die Trennung in mehrere Bahn-Sparten. Der Gesetzgeber verlangte dann, im Zuge der 2. Stufe der Bahnreform bis Anfang 1999 die Sparten Fernverkehr, Nahverkehr, Güterverkehr, Fahrweg und Personenbahnhöfe in selbstständige Aktiengesellschaften auszugliedern.

Mehdorn ging dann - nur kurze Zeit nach seinem Amtsantritt - eine Neuordnung an. Teile der noch von der früheren CDU/CSU/FDP-Regierung durchgesetzten und von Mehdorn-Vorgänger Johannes Ludewig umgesetzten Reform wurden zurückgenommen. So sollte im Konzernvorstand nur noch ein Manager für den gesamten Personenverkehr zuständig sein und die Trennung der Verantwortlichkeit in Personen- und Nahverkehr nach nur kurzer Zeit wieder wegfallen.

Die starre Trennung war als Ursache für mangelnde Flexibilität kritisiert worden. Die Bahn sprach von "Weiterentwicklung" statt von "radikalem Umbau". Das Immobiliengeschäft wurde im März 2000 zunächst zu einem eigenständigen Unternehmensbereich aufgewertet, der dann aber Ende 2001 wieder aufgelöst wurde.

Bereits in Berlin ansässig ist neben der Konzernzentrale die Bahnhofstochter DB Station & Service AG. Zum 1. September 2003 soll die Bahn-Tochter Stinnes AG, unter deren Dach das Güter- und Logistikgeschäft geführt werden, ebenfalls von der Hauptstadt aus geführt werden. In Berlin sind ferner die gesamte Bau- und Projektplanung sowie der Servicebereich angesiedelt. In Frankfurt/Main sind unter anderem noch die Fahrwegtochter DB Netz AG oder Bereiche wie die Energieversorgung ansässig.

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