Dämpfer erwartet
Intel enttäuscht die Märkte

Intel hat den Gewinn im dritten Quartal gesteigert, jedoch die Schätzung der Analysten verfehlt. Zudem enttäuschte der Konzern mit einem schwächer als erwarteten Ausblick.

vwd SANTA CLARA. Die Aktien, die am Dienstag im regulären Handel noch um 9,4 Prozent zugelegt hatten, verloren nachbörslich knapp 13 Prozent auf 14,39 Dollar. Nach Ansicht von Analysten dürfte die Hoffnung auf einen Fortgang der Rally im Technologiesektor heute durch die Intel-Aussagen einen Dämpfer erhalten.

Bereinigt um Akquisitionskosten stieg das Ergebnis von Intel auf Pro-forma-Basis auf 0,11 (0,10) Dollar je Aktie. Dies lag 0,02 Dollar unter den Schätzungen der Analysten von 0,13 Dollar. Der Umsatz stagnierte bei 6,5 Milliarden Dollar, die Prognosespanne hatte bei 6,3 Milliarden bis 6,7 Milliarden Dollar gelegen. Die Erholung im Chipsektor lässt den Angaben zufolge weiter auf sich warten. Intel erwartet für das vierte Quartal nur ein moderates Wachstum.

Das Geschäft in der zweiten Jahreshälfte werde sich im Vergleich zu den ersten sechs Monaten unverändert bis leicht verbessert zeigen, sagte CFO Andy Bryant. Normalerweise fällt das zweite Halbjahr stärker aus als das erste. Den Umsatz sieht Intel im vierten Quartal bei 6,5 Milliarden bis 6,9 Milliarden Dollar. Analysten hatten durchschnittlich 6,92 Milliarden Dollar geschätzt.

Insgesamt spiegele der Umsatz im dritten Quartal sowie die Aussichten für das vierte Quartal das trübe Branchenumfeld für IT-Ausgaben wieder, sagte Dan Scovel, Analyst bei Needham & Co. Größere Sorgen bereiteten ihm jedoch die stagnierenden Margen. Die Bruttomarge lag im dritten Quartal wie im Vorquartal bei 49 Prozent und damit am unteren Ende der Unternehmenserwartungen. Intel hatte vorher eine Marge von "wahrscheinlich über 51 Prozent" prognostiziert, jedoch bereits erklärt, dass Abweichungen von einigen Punkten möglich seien.

Intel begründete die schwächer als erwartet ausgefallenen Margen in ihrer Pressemitteilung mit nicht realisierten Einsparungen in der Produktion sowie höher als angenommenen Kosten für die Abschreibung überschüssiger Lagerbestände. CFO Bryant nahm dies später jedoch zurück und betonte, dass vor allem die niedrige Nachfrage eine große Rolle gespielt habe. Die Lagerbestände seien unverändert bis leicht niedriger, und es sei nicht ersichtlich, dass die Kunden immer noch zu hohe Lagerbestände hielten, sagte Bryant. Für das vierte Quartal und das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit keinem Wachstum, die Bruttomarge wird bei unverändert 49 Prozent gesehen.

Dies bedeute, dass die Fixkosten und der schwächere Umsatz den Konzern stärker belasteten als angenommen, sagte Analyst Scovel. Dass Intel im vierten Quartal trotz einer erwarteten moderaten Umsatzsteigerung nicht mit einer Margenverbesserung rechne, sei "ärgerlich. Eric Ross, Analyst bei Investec, meinte, weitere Sparbemühungen dürften für den Konzern schwierig werden, da Intel bei einer möglichen Aufhellung der Branchensituation nicht durch zu niedrige Kapazitäten ins Hintertreffen geraten wolle. Das Unternehmen werde sich zunächst mit niedrigeren Margen zufrieden geben müssen. Langfristig sei dies jedoch die richtige Strategie.

Nicht allein die Margenentwicklung rief die Besorgnis der Analysten hervor. Auch die Aussagen zu der Nachfrageentwicklung stimmte die Marktbeobachter nachdenklich. Das letzte Quartal des Jahres werde schwächer ausfallen als von den Meisten erwartet, sagte Ross. Intel sehe keine so starke saisonale Erholung wie von vielen erhofft. Jack Geraghty, Analyst bei Gerard Klauer Mattison erklärte, er habe sich optimistischere Aussagen gewünscht. In einem Interview hatte CFO Bryant gesagt, dass er die Nachfrage im vierten Quartal niedriger sehe als sonst. Das Dezember-Quartal ist traditionellerweise der stärkste Abschnitt, in dem Intel vom Urlaubs- und Weihnachtsgeschäft profitiert.

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