Dämpfer für Afrika-Meister
Iren zähmen Schäfers Löwen

Die irische Nationalmannschaft hat der Euphorie der Kameruner gleich zum Auftakt der Fußball- Weltmeisterschaft einen Dämpfer versetzt und dem deutschen Trainer Winfried Schäfer die WM-Premiere verdorben. In der ersten Partie der Deutschland-Gruppe E trotzten die Iren am Samstag in Niigata in Japan dem Geheimfavoriten aus Afrika ein 1:1 (0:1) ab.

dpa NIIGATA/JAPAN. Ausgerechnet Matt Holland (53.), der den suspendierten Kapitän Roy Keane ersetzte, schaffte mit einem 20 Metern den Ausgleich. Die nur in der ersten Halbzeit überzeugenden "Löwen" Afrika-Meister war durch Patrick Mboma (39.) in Führung gegangen. Das deutsche Team trifft in der zweiten Begegnung der Gruppe E am Mittag auf Saudi-Arabien.

Beide Teams begannen verhalten. Erst nach etwa einer Viertelstunde verschafften sich die Mannschaft von Trainer Schäfer ein Übergewicht. Der überragende Eto'o (18.) hatte die erste Chance, scheiterte aber freistehend am irischen Keeper Shay Given. Der künftige Bochumer Raymond Kalla (26.) und Marc-Vivien Foe (35.) versuchten sich mit Fernschüssen. Völlig verdient gingen die Kameruner in der 39. Minute in Führung: Eto'o setzte sich auf der linke Seite gegen Irlands Kapitän Steve Staunton und passte zu seinen Sturmpartner Mboma, der aus kurzer Entfernung traf.

Den Iren fehlten zunächst die spielerischen Mittel, um die Abwehr der Kameruner mit dem Kölner Rigobert Song zu gefährden. Der suspendierte Kapitän Roy Keane wurde vermisst. Das Team von Trainer Mick McCarthy war nur bei Standardsituationen gefährlich. Robbie Keane (22.) und Matt Holland (28.) hatten mit Kopfbällen Pech. Sekunden vor der Pause fälschte der Kölner Rigobert Song einen Freistoß von Ian Harte gefährlich ab.

Nach dem Wechsel wurden die Iren offensiver und überzeugten auch endlich spielerisch: Holland (53.) gelang der verdiente Ausgleich mit einem unhaltbaren Schuss aus 20 m nach einer zu kurzen Kopfballabwehr von Kalla. Auch nach dem Treffer bestimmten die Europäer das Spiel. Kamerun musste sich auf Konter verlegen. In der 83. Minute hatte der Afrika-Meister noch einmal Glück: Robbie Keane traf mit einem Schuss aus 25 m nur den Pfosten.

Irlands Trainer Mick McCarthy zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. "Die afrikanischen Mannschaften werden eine starke WM spielen. Die erste Halbzeit war von uns nicht sehr gut, dann haben wir uns aber sehr gesteigert. Ich glaube nicht, dass Deutschland stärker ist als Kamerun. Deshalb haben wir eine echte Chance, noch länger im Turnier zu bleiben. Man sollte aber auch Saudi-Arabien nicht unterschätzen."

Etwas zerknirscht wirkte Winfried Schäfer, als er resümiert: "Nach dem Spielverlauf muss man mit dem Unentschieden zufrieden sein. In der ersten Halbzeit war es uns gelungen, die Nervosität etwas abzulegen, in der zweiten waren die Iren stärker. Wir hätten das 2:0 machen müssen, im Gegenzug bekommen wir aber den Ausgleich. Bei meiner Mannschaft war der Kopf nicht frei und ist mit der Rolle des Favoriten nicht gut zurecht gekommen. Jetzt muss ich das Team wieder aufbauen, da die Spieler sehr niedergeschlagen sind. Möglich, dass das Spiel gegen Deutschland nun entscheidend wird."

Mannschaften und Statistik

Irland: Given - Gary Kelly, Staunton, Breen, Harte (77. Reid) - McAteer (46. Finnan), Holland, Kinsella, Kilbane - Robbie Keane, Duff

Kamerun: Boukar - Song, Kalla, Tchato - Geremi, Lauren, Foe, Wome, Olembe - Eto'o, Mboma (68. Suffo)

Schiedsrichter: Kamikawa (Japan)

Zuschauer: 42 301 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Mboma (39.), 1:1 Holland (53.)

Gelbe Karten: McAteer, Finnan, Reid / Kalla

Beste Spieler: Harte, Duff / Eto'o, Mboma

dpa sz xxzz ce

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%