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Dämpfer für die Wall Street

Enttäuschende Daten für das US-Verbrauchervertrauen haben den Standardwerten an der Wall Street am Dienstag gleich zum Handelsauftakt einen Dämpfer versetzt, von dem sie sich bis zur Schlussglocke nicht mehr erholten.

dpa-afx NEW YORK. Der Dow-Jones-Index verlor am Ende 1,10 % auf 9 872,60 Punkte. Der marktbreitere S&P 500 gab 0,69 % auf 1 149,49 Punkte ab. Der November-Index für das Verbrauchervertrauen fiel überraschend auf 82,2 Punkte und damit den fünften Monat in Folge, teilte das Conference Board in New York eine halbe Stunde nach Börsenstart mit. "Wir sind noch nicht über dem Berg", sagte ein Händler zu den neuen Daten. Darüber trösteten auch die deutlich stärker als erwartet gestiegenen Verkäufe bestehender Häuser im Oktober hinweg.

Belastend für den Markt hätte sich aber auch die Empfehlung der Investmentbank J.P. Morgan ausgewirkt, in einem ausgewogenen Portfolio den Aktienanteil zurückzufahren, sagten Händler. Statt 60 % sollten Aktien dort nur noch zu 50 % enthalten sein, teilte J.P. Morgan mit. Der Bargeld- und Anleihen-Anteil solle hingegen von bisher 20 auf 25 % erhöht werden, hieß es.

Für einen positiven Impuls sorgte der Chip-Hersteller Intel : Unternehmenschef Andy Bryant äußerte sich zuversichtlich, dass die Prognosen für das vierte Quartal erfüllt werden. Technologiewerte konnten daraufhin ihre Verluste zumindest verringern, nachdem zuvor der finnische Handy-Hersteller Nokia mit verhaltenen Prognosen für Unruhe bei den Anlegern gesorgt hatte.

Im Rampenlicht standen die Energiehändler Enron und Dynegy. Die Fusionspartner bestätigten Nachverhandlungen, um den Zusammenschluss der beiden Unternehmen nicht zu gefährden. "Ich kann bestätigen, dass die Parteien über die Struktur des Deals verhandeln", sagte ein Sprecher von Dynegy am Dienstag in New York. Dygegy verteuerten sich um 4,18 Prozent auf 40,89 Dollar. Auch Enron legten kräftig zu. Der Kurs kletterte um 3,24 Prozent auf 4,14 Dollar. Dabei hatten Enron anfangs unter Druck gestanden, nachdem Mitarbeiter Klage gegen ihren Arbeitgeber eingereicht hatten. Wie das "Wall Street Journal Europe" berichtete, reagieren die Beschäftigten damit auf den Verlust ihrer Altersrücklage, die aus Enron-Aktien bestand.

Unternehmenszahlen für das dritte Quartal legte vor Börseneröffnung der Einzelhandelskonzern Kmart vor. Demnach stiegen die Verluste je Aktie unerwartet stark von 14 auf 45 Cents. Von First Call befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg des Verlusts auf 27 Cents je Aktie gerechnet. Kmart gaben um 6,38 Prozent auf 6,38 Dollar nach.

Auch andere Einzelhändler gingen mit einem deutlichen Minus aus dem Handel. Wal-Mart sanken um 1,20 Prozent auf 55,08 Dollar, Home Depot sogar um 4,77 Prozent auf 43,35 Dollar. Besser hielten sich die Aktien des Aluminiumproduzenten Alcoa . Merrill Lynch hatte seine "Buy"-Empfehlung für den Titel wiederholt und beim aktuellen Kursniveau zum Nachkauf geraten. Am Ende stand ein leichtes Plus von 0,05 Prozent auf 38,28 Dollar.

Die Investmentbank JP Morgan Chase beendete den Handel mit einem Plus von 0,79 Prozent auf 39,80 Dollar. Analysten von US Bancorp Piper Jaffray hatten den Titel von "hold" auf "buy" heraufgestuft und das Preisziel mit 50 Dollar angegeben.

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