Dämpfer in Deutschland
Windkraft boomt in Europa weiter

Windkraft boomt. Zwar habe der Trend zum Bau von Windenergieanlagen in Deutschland Anfang 2003 erstmals einen Dämpfer erhalten. "Aber in Spanien, Frankreich und Italien geht es erst los", sagte der Vorstandssprecher der Dortmunder RWE-Tochter Harpen, Bernd Widera, in Saragossa (Spanien).

HB/dpa SARAGOSSA/DORTMUND. Nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie soll die installierte Leistung in Europa von gut 22 000 Megawatt Ende 2002 auf mindestens 90 000 Megawatt im Jahr 2010 steigen. Die Dortmunder hatten im Juli 2002 das spanische Windenergie-Unternehmen Aersa vollständig übernommen.

In Deutschland wurde nach Angaben des Fachverbands Power Systems von Januar bis März mit einer Gesamtleistung von rund 357 Megawatt etwa ein Fünftel weniger Windkraftanlagen installiert als im Vorjahreszeitraum. Die abflachenden deutschen Wachstumskurven werden nach Wideras Einschätzung erst mit der Erschließung der so genannten "offshore"-Potenziale vor den Küsten der Nord- und Ostsee wieder neuen Schub erhalten. "Das Abflauen bedeutet eine ganz normale Marktsättigungssituation", erklärte er. "Die guten Standorte auf dem Festland sind weg."

Vor den Küsten erwartet er allerdings in "überschaubarer Zukunft noch keine Investitionsreife". Zwar seien die Windverhältnisse günstig, aber die notwendige Anlagentechnik fehle. "Es macht Sinn mit Maschinen mit 4,5 Megawatt, die sind in der Erprobungsphase. Die größte Anlage in Deutschland leistet 3,5 Megawatt." Die Harpen AG, im RWE-Konzern für regenerative Energien und Nahwärmeservice verantwortlich, plane in den kommenden zwei bis drei Jahren denn auch keine Investitionen vor den Küsten.

Bei der Gesamtleistung liege Deutschland mit gut 12 000 Megawatt dennoch europaweit deutlich vor Spanien (4830 Megawatt) und Dänemark (2880 Megawatt), berichtete der Harpen-Vorstand. Bis 2011 plane Spanien allerdings einen Anstieg auf 13 000 Megawatt. "Wir sind vom spanischen Markt überzeugt, die Windverhältnisse sind besser als in Deutschland", erklärte Widera. Das Windenergie-Geschäft werde bisher von den Versorgern Iberdrola und Endesa dominiert, die zusammen einen Marktanteil von 80 % erreichen. Die Harpen-Tochter Aersa komme bislang auf einen Anteil 3,5 bis 4 %.

Im Mittelpunkt der Aersa-Aktivitäten stehen Bau, Finanzierung und Betrieb von Windenergieanlagen - etwa im Hochland der Provinz Aragon nahe Saragossa - mit einer Leistung von rund 250 Megawatt. 2400 Volllaststunden laufen die Anlagen im Jahr - in Deutschland seien es 1400 bis 1800 Stunden. Ein weiteres Projekt sei bereits geplant: Gemeinsam mit dem Energieriesen Endesa will Aersa einen Windpark in der spanischen Provinz Soria errichten. 2004 werde die 170-Megawatt- Anlage in Betrieb gehen.

Die Gesamtleistung des Dortmunder Unternehmens, an dem RWE einen Anteil von rund 95 % hält, bei erneuerbaren Energien verdreifachte sich bereits 2002 im Vergleich zum Vorjahr auf 325 Megawatt. "Die von uns erzeugte Strommenge entspricht einer Stadt mit rund 750 000 Einwohnern", erklärte der Vorstandssprecher. Bis 2011 solle eine Leistung von 1000 Megawatt erreicht werden.

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