Däne steuert drei Tore zum 5:1-Sieg gegen Liepaja bei
Sand schießt Schalke zum Sieg

Zuerst sah alles gar nicht so gut aus - doch in der zweiten Halbzeit drehten die Schalker im Uefa-Cup-Erstrunden-Hinspiel gegen den Vizemeister aus Lettland, Metalurg Liepaja, ordentlich auf.

HB GELSENKIRCHEN. Ausgerechnet Ebbe Sand hat beim FC Schalke 04 einen Tag nach der Entlassung von Jupp Heynckes für den ersehnten Befreiungsschlag im Uefa-Cup gesorgt. Beim 5:1 (1:1)-Sieg im Erstrunden-Hinspiel gegen Lettlands Vize-Meister Metalurgs Liepaja gab der von einer Hirnhautentzündung genesene Däne mit drei Toren in der 20., 52. und 60. Minute die passende Antwort darauf, dass er vom gefeuerten Coach am Samstag in Wolfsburg auf die Tribüne verbannt worden war.

Der Georgier Lewan Kobiaschwili (67.) und Nationalspieler Gerald Asamoah (89.) sorgte mit dem Treffer zum 4:1 dafür, dass die Schalker schon vor dem Rückspiel in zwei Wochen fest mit dem Einzug in die Gruppenspiele und damit garantierter Millionen-Einnahmen planen können. Die 50304 Zuschauer in der Arena bejubelten nach 90 Minuten den Neuanfang. In der Halbzeit hatten sie die Hausherren, die zuvor durch den Russen Alexander Katasonow (34.) das zwischenzeitliche 1:1 kassiert hatten, noch gnadenlos ausgepfiffen.

"Das war ein unglaublich wichtiges Spiel. Wir haben gesagt, dass wir neu anfangen müssen, dass wir füreinander kämpfen und laufen müssen. Das ist uns gelungen", sagte Matchwinner Sand. Auch Manager Rudi Assauer fiel ein Stein vom Herzen: "Es war wichtig, dass wir das Spiel auch in dieser Höhe gewonnen haben, auch wenn nicht alles rund lief."

Denn die nicht unwesentlich am Trainer-Rauswurf beteiligte Mannschaft hatte ihr Versprechen, mehr Leidenschaft zu zeigen, erst nach dem Seitenwechsel umgesetzt. Wie auch in den letzten Spielen unter Heynckes produzierte der Bundesliga-Drittletzte zunächst nur Stückwerk, entwickelte keinen Zug zum Tor und schaffte es nicht, den krassen Außenseiter unter Druck zu setzen.

Dafür zahlte sich die von Co-Trainer Eddy Achterberg vorgenommene Rückkehr der Sturm-Asse schon in der 20. Minute aus: Nach einem langen Ball und bedrängt vom in der Bundesliga gesperrten Ailton verloren Liepaja-Torhüter Viktors Spiele und Abwehrchef Darius Gvildys die Übersicht, und Sand markierte im ersten Pflichteinsatz der Saison das erste Tor.

Doch die gute Ausgangsposition geriet schon 14 Minuten später in Gefahr, ausgerechnet die Neuzugänge Marcelo Bordon mit einem kapitalen Fehlpass und Mladen Krstajic mit einem Stellungsfehler waren für das 1:1 verantwortlich. Der Russe Alexander Katasonow nahm die Geschenke dankend an und schoss den Ball durch die Beine von Torhüter Frank Rost zum Ausgleich ein.

Nach dem Seitenwechsel löste Schalke endlich die Handbremse und machte Druck, dem die Letten schon früh nicht mehr standhielten. Binnen acht Minuten beendete Sand mit einem Flugkopfball und einem abgefälschten Linksschuss alle Zweifel am Sieger und wurde danach in der 64. Minuten mit tosendem Beifall verabschiedet. Schalkes Torhunger aber war erst nach dem tollen Heber von Kobiaschwili und dem Schlusspunkt des eingewechselten Asamoah gestillt.

Vor dem Spiel hatte Olaf Thon neuen Ärger programmiert indem er mehr Kompetenzen einforderte und sich "als Trainer oder Manager anbot". Assauer forderte den Ex-Profi auf, erst den Trainerschein zu machen und sich zu gedulden. Am Freitag ist ein Gespräch zwischen den Beiden anberaumt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%