Däubler-Gmelin soll an neuem Schadensersatz-Modell basteln
Autounfall: Auch Unschuldige sollen künftig zahlen

Autofahrer sollen nach Informationen des "Stern" künftig bei einem Unfall auch zur Kasse gebeten werden, wenn sie keine Schuld an diesem tragen. Diese Änderung wolle Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) im kommenden Frühjahr mit einem neuen Schadensersatz-Gesetz einführen, berichtete das Hamburger Magazin am Mittwoch vorab aus seiner neuen Ausgabe.

afp HAMBURG. Damit würde die Ministerin die bisherige Regel brechen, wonach derjenige, der schuldlos in einen Verkehrsunfall verwickelt ist, von der gegnerische Haftpflichtversicherung den Schaden meist ganz bezahlt bekommt. Durch die Änderung befürchten Versicherer dem Bericht zufolge nun, dass einem Geschädigten im schlimmsten Fall nur noch 70 Prozent seiner Kosten ersetzt werden.

"Die geplante Änderung ist ein schwerer Fehler", sagte das Präsidiumsmitglied der deutschen Versicherungswirtschaft, Bruno Gas, dem "Stern". Millionen Autofahrer würden künftig nach einem Unfall einen Teil ihres Schadensfreiheitsrabattes verlieren, kritisierte der Experte. Er fürchte nicht nur den Ärger der Autofahrer, sondern auch erhebliche Verwaltungsbelastungen. Dem Magazin zufolge schreiben auch die Ministerialbeamten in dem Gesetzentwurf, dass eine Auswirkung auf die Prämien nicht auszuschließen sei. Eine Sprecherin des Justizminsteriums sagte dem "Stern", eine Korrektur der Gesetzesvorlage komme nicht in Frage.

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