DAG-Mitglieder nicht "einsacken"
Zwickel: Kein Zwist zwischen Verdi und IG Metall

IG-Metall-Chef Klaus Zwickel hat Berichte über eine bevorstehende Kraftprobe zwischen seiner Gewerkschaft und der neuen Großgewerkschaft Verdi zurückgewiesen. Es gebe keinen Zwist zwischen IG Metall und Verdi.

Reuters BERLIN. Er setze auf die guten Erfahrungen, die die IG Metall mit den Verdi-Gründungsgewerkschaften gemacht habe, sagte Zwickel am Dienstag in Frankfurt. Er verwies dabei auf gemeinsame Protestaktionen im vergangenen Dezember gegen die geplante Absenkung des Rentenniveaus. Ohne diese Proteste sähe die Rentenreform heute anders aus, betonte der IG-Metall-Chef. Auf die Diskussion über die Zukunft des Bündnisses für Arbeit ging Zwickel nicht ein.

Im Gegensatz zu Zwickel hatte der Verdi-Chef Frank Bsirske für den Verbleib in den Bündnisgesprächen plädiert, um darin weiter nach Möglichkeiten für den Abbau der Arbeitslosigkeit zu suchen. Zwickel hatte mit dem Ausstieg gedroht, falls im Bündnis die Lohnpolitik der Gewerkschaften in der kommenden Tarifrunde erörtert werden sollte. Die gegensätzlichen Äußerungen wurden als Anzeichen für eine erste große Kraftprobe zwischen Verdi und IG Metall gewertet. Ein von Zwickel gefordertes Gespräch der Vorsitzenden der DGB-Gewerkschaften am Rande des Verdi-Kongresses wurde auf Anfang April verschoben.

Zwickel begrüßte die Verdi-Gründung und teilte mit, er freue sich auf einen starken Partner. Fast noch wichtiger als die Bildung einer starken Dienstleistungsgewerkschaft sei aber die Rückkehr der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) unter das Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Zugleich betonte Zwickel die zwischen den Gewerkschaften vereinbarte Abgrenzung der Tarifzuständigkeiten. Die IG Metall werde die in der Metall- und Elektroindustrie beschäftigten DAG-Mitglieder keinesfalls "einsacken". Jedes frühere DAG-Mitglied müsse selbst entscheiden, ob es bei Verdi bleiben oder sich einer der Industriegewerkschaften anschließen wolle. Dabei müsse jedoch klar sein, dass es konkurrierende Betriebslisten, getrennte Tarifverhandlungen und Mitgliederabwerbung künftig nicht mehr geben dürfe, betonte Zwickel.

Die Gewerkschaften hatten sich zuvor innerhalb des DGB auf die Abgrenzung der Zuständigkeiten verständigt. Demnach soll die IG Metall federführend in der IT-Branche sein, Verdi wurde die Telekommunikation zugeschlagen. In Gewerkschaftskreisen wird erwartet, dass diese Abgrenzung schwer einzuhalten sein dürfte und die beiden Großgewerkschaften sich gegenseitig ins Gehege geraten könnten.

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