DAI sorgt sich über Vertrauensverlust an Kapitalmärkten
Zahl der Direktaktionäre ging erstmals zurück

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) sieht noch keinen Stimmungsumschwung für die Kapitalmärkte.

pga FRANKFURT/M. "Die Zahl der Direktaktionäre war im zweiten Halbjahr 2001 erstmals rückläufig, Neuemissionen fanden nur noch wenige statt", sagte Rüdiger von Rosen am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz des Instituts. Eine Änderung sei derzeit nicht in Sicht. Der DAI-Vorstand sorgt sich über den Vertrauensverlust in die Kapitalmärkten, schließlich ist die Förderung der Aktie als Anlage- und Finanzierungsinstrument erklärtes Anliegen und Aufgabe des DAI. Sollte die angeschlagene Aktienakzeptanz gar in Misstrauen umschlagen, seien die Folgen für die Zukunftsthemen Altersvorsorge und Eigenkapitalausstattung fatal, warnte DAI-Präsident Max Dietrich Kley. Die Finanzierung der Altersvorsorge über den Kapitalmarkt sei beispielsweise unerlässlich, um das derzeitige Versorgungsniveau der Rentner zu halten.

"Wir müssen verhindern, dass ein falsches Bild der Kapitalmärkte als Selbstbedienungsladen für raffgierige und kriminelle Unternehmen und skrupellose Finanzdienstleister entsteht", betonte von Rosen mit Blick auf die Bilanzskandale bei dem US-Energiekonzern Enron und dem Neue-Markt-Unternehmen Comroad. Dazu müsse der Gesetzgeber schneller konkrete Regelungen für ein faires Verhalten an den Kapitalmärkten umsetzen, wie sie im vierten Finanzmarktförderungsgesetz stehen. Der Anwendungsbereich solle dabei auf alle Kapitalmarktkommunikatoren erweitert werden. Weiterhin sei zu hoffen, dass mit der künftigen Bundesanstalt für Finanzmarktaufsicht auch die Überwachungsfunktion nach dem Vorbild der US-Wertpapieraufsicht SEC gestärkt werde.

Für die Unternehmen sieht das DAI Verbesserungsmöglichkeiten durch die Umstellung auf die vom Kapitalmarkt gewünschte Rechnungslegung nach IAS. Diese habe Chancen, im Zuge der Diskussionen um den Enron-Skandal auch von der SEC anerkannt zu werden, so Kley. Außerdem sollten Unternehmen den Corporate Governance Kodex unterschreiben, der als Richtschnur für ein nach außen transparentes Handeln dienen könnte. Um sich auf diesen Kodex einzustellen, bräuchten die Unternehmen allerdings mindestens ein Jahr. Die Öffentlichkeit ist laut von Rosen gefordert, die Besetzung der Organe einer Aktiengesellschaft kritisch zu prüfen. Aktionäre forderte er auf, Hauptversammlungen zu nutzen.

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