Daimler-Chrysler-Aktie am Dienstag unter Druck
Analysten bewerten Chrysler-Sanierungsplan uneinheitlich

Die Analystengilde hat auf dieSanierungspläne für die angeschlagene US-Sparte Chrysler des deutsch-amerikanischen Autoherstellers Daimler-Chrysler mit unterschiedlichen Wertungen reagiert. Die Kreditwürdigkeit von Daimler-Chrysler wurde von US-Ratingagenturen herabgestuft.

dpa/afx FRANKFURT. Zwei von fünf am Dienstag veröffentlichte Studien haben die Aktien von Daimler-Chrysler heraufgestuft. Zwei Banken wollen erst einmal die Entwicklung abwarten und haben ihre neutrale Einschätzung beibehalten, während ein Finanzinstitut in den am Montag veröffentlichten Plänen und Zahlen einen weiteren Schritt nach unten sah.

Eine positive Einschätzung der zukünftigen Aktien-Entwicklung haben die Analysten der BfG Bank und von Merck Finck & Co. abgegeben. Die BfG Bank hat die Daimler-Papiere auf dem derzeitigen Niveau für spekulative Anleger auf "Kaufen" heraufgestuft. Die Verkaufsprognose für die Marken Mercedes-Benz und Smart sowie der konkrete Sanierungsplan für Chrysler haben die BfG-Analysten zu einer Kauf-Empfehlung bewogen.

So weit will Merck Finck & Co. nach den am gestrigen Montag veröffentlichten Plänen noch nicht gehen. Dort wurden die Anteilsscheine an Daimler-Chrysler aber von "Underperformer" auf "Marketperformer" heraufgestuft. Die Gewinnvorhersagen für die kommenden Jahre hätten den Vorstellungen der Bank-Experten entsprochen, heißt es in der Studie.

Goldmann Sachs, WGZ Bank und Lehmann Brothers bleiben bei alter Einschätzung

Keinen Grund für eine Neubewertung des Papiers sehen dagegen die Experten von Goldman Sachs, WGZ Bank und Lehman Brothers. Goldman Sachs halte zwar ein Kursziel von 60 Euro für realistisch. Das dürfte jedoch aufgrund der immer noch bestehenden Probleme bei Chrysler nicht kurzfristig zu erreichen sein. Daher bleibt die Einschätzung "Marketperformer" bestehen.
Ebenfalls als "Marketperformer" sehen die Analysten der WGZ-Bank die Aktie von Daimler-Chrysler. Das Sanierungsprogramm sei im Rahmen der Erwartungen gelegen und ist nach Einschätzung der Analysten realistisch. Bis sich die Maßnahmen allerdings auf die Ergebnisse von Daimler auswirken, werde noch einige Zeit vergehen, so dass es im Augenblick keinen Grund gibt, das Papier neu einzustufen.

Weiterhin pessimistisch stehen die Auto-Experten von Lehman Brothers der Entwicklung bei Daimler-Chrysler gegenüber. Der Unternehmensführung sei es in der gestrigen Bilanzpressekonferenz und dem anschließenden Analystentreffen nicht gelungen, verloren gegangene Glaubwürdigkeit wiederzugewinnen. Die neuen Ziele für die angeschlagene US-Tochter bräuchten Vertrauen und basieren zudem auf einem extrem optimistischen Ausblick auf die Situation in den USA. Mit der Präsentation am Montag hat Daimler bei dem Lehman Brother-Analysten Christopher Will kein Vertrauen gewonnen. Er traut dem Management nicht zu, alle Brandherde im Konzern zu löschen. Davon gibt es nach Meinung von Will derzeit mit Chrysler, Mitsubishi, dem Nutzfahrzeugbereich und den Finanzdienstleistungen genug. Aus diesem Grund belässt er seine Einschätzung bei "market underperform" und rechnet mit einem Abrutschen des Kurses auf 39 Euro.

Kreditrating von US-Agenturen herabgestuft

Außerdem haben die beiden US-Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's am gestrigen Montag auf die neuen Geschäftszahlen reagiert und die Kreditwürdigkeit von Daimler-Chrysler herabgestuft.

Die Daimler-Aktie ist seit Handelsbeginn am Dienstag unter Druck und notiert im Nachmittagshandel mit einem Minus von 0,31 % bei 52,25 Euro, während der Leitindex Dax im gleichen Zeitraum um 0,84 % auf 6 240,86 Zähler zulegte

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