Daimler-Chrysler-Chef Schrempp spricht sich für Erhöhung des Anteils aus
Eckrodt: Übernahme von Mitsubishi wäre der richtige Weg

Daimler-Chrysler will den japanischen Autobauer Mitsubishi möglicherweise vollständig übernehmen.

dpa STUTTGART. Daimler-Chrysler will den japanischen Autobauer Mitsubishi möglicherweise vollständig übernehmen. Dies erklärte der künftige zweite Mann bei Mitsubishi, Rolf Eckrodt, in einem Interview der "Financial Times Deutschland". "Wenn es (eine vollständige Übernahme) unter den Bedingungen der neuen Vereinbarung machbar ist, dann ist das der richtige Weg", sagte der Daimler-Chrysler-Manager dem Blatt.

Konzernchef Jürgen Schrempp sprach sich ebenfalls für eine Erhöhung des Anteils aus: "Dies ist sicherlich mehr als nur eine interessante Option", sagt er gegenüber dem Handelsblatt. Gleichzeitig kündigte der Vorstandsvorsitzende der Daimler-Chrysler AG (Stuttgart) an, Mitsubishi wieder zu alter Stärke zurückführen zu wollen. "Das Unternehmen hat eine ausgezeichnete Substanz", sagte er unter Hinweise auf die innovativen Produkte und das Produktions- und Vertriebsnetz der Mitsubishi Motors Corp. (Tokio).

Am vergangenen Freitag hatte DaimlerChrysler eine Preisreduzierung für seinen 34-prozentigen Anteil von 2,4 auf 2,2 Mrd. Euro (4,3 Mrd. DM) beim dem krisengeschüttelten japanischen Autobauer ausgehandelt, da der Aktienkurs nach dem Bekanntwerden eines Vertuschungsskandals stark gefallen war. Gleichzeitig erhalten die Stuttgarter die Option, nach Ablauf einer dreijährigen Frist ihre Beteiligung beliebig zu erhöhen. Außerdem wurde der bisherige Adtranz-Chef Eckrodt zum Chief Operating Officer (COO) bei Mitsubishi ernannt. Er erhält die Verantwortung für die Bereiche Forschung und Entwicklung, Produktion, Qualitätsmanagement, Einkauf, Marketing und Vertrieb und ist damit für das operative Geschäft von Mitsubishi Motors zuständig.

Mitsubishi hatte über 20 Jahre lang Kundenbeschwerden über Mängel an Fahrzeugen den Behörden verschwiegen, um eine teure Rückrufaktion zu vermeiden. Jetzt müssen weltweit 620 000 Fahrzeuge zurückgerufen werden, außerdem sind empfindliche Geldstrafen des japanischen Verkehrsministerium zu erwarten. Mitsubishi-Chef Katsuiko Kawasoe soll am 1. November von seinem bisherigen Stellvertreter Takashi Sonobe abgelöst werden.

Schrempp begründete, warum DaimlerChrysler nicht wie erwartet bereits jetzt seine Anteil bei Mitsubishi erhöhte: "Wir haben mit unserem Anteil von 34 % nach japanischem Recht eine Sperrminorität. Ein paar Prozentpunkte mehr hätten die Situation nicht verändert. Wichtiger waren uns die neue Struktur des Managements und die Möglichkeit, unseren Anteil unbegrenzt zu erhöhen", sagte er dem Handelsblatt.

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