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Daimler-Chrysler-Chef sieht noch 'Handlungsbedarf' bei Mercedes

Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp hat Handlungsbedarf bei der wichtigsten Konzernsparte Mercedes eingeräumt.

dpa-afx STUTTGART. Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp hat Handlungsbedarf bei der wichtigsten Konzernsparte Mercedes eingeräumt. "Wir haben die Ursachen der Probleme analysiert, wir haben Maßnahmen und Lösungen parat, und wir arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung", sagte er in der neuesten Ausgabe der Mitarbeiterzeitung "Headline", die am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX vorlag.

An der defizitären Kleinwagenmarke werde festgehalten. "Die Kostenbasis ist schon gut, aber wir müssen den Vertrieb verbessern. Hier können wir noch viel erreichen, vor allem indem wir unser Vertriebsnetz verdichten." Die Marke werde auch weiterhin "ihren festen Platz bei uns haben", betonte Schrempp.

Toll Collect

Schrempp teilte mit, dass es beim Maut-Betreiber Toll Collect Verzögerungen beim Einbau der On-Board-Units (OBU) gebe. Dieser liege "noch hinter Plan, weil die Bestellungen der Spediteure noch nicht die nötige Frequenz erreicht haben." Schrempp betonte, es deute aber alles darauf hin, dass der Starttermin am 1. Januar 2005 eingehalten werde. Allein im dritten Quartal hatte Daimler-Chrysler wegen des Maut-Debakels Sonderkosten von 119 Mill. Euro.

Bei Mercedes könnten die Probleme aber innerhalb eines Jahres gelöst werden. Die Mercedes Car Group (Mercedes, smart, Maybach) hatte im dritten Quartal einen heftigen Gewinneinbruch um 62 Prozent auf 304 Mill. Euro erlitten. Schrempp führte dies auf den veränderten Modell-Mix, den Anlauf der neuen Produkte, die Aufwendungen für die Qualitätsoffensive sowie den starken Euro und hohe Rohstoffpreise zurück.

Qualitätsoffensive Ausgeweitet

Die Qualitätsoffensive bei Mercedes sei auf Fahrzeuge ausgedehnt worden, die bereits an die Kunden ausgeliefert worden seien. "Das kostet natürlich zunächst einmal zusätzliches Geld, ist aber bestens investiert", sagte Schrempp.

Die US-Tochter Chrysler entwickele sich gut. "Die neuen Fahrzeuge begeistern nicht nur die Käufer, sie haben auch bessere Gewinnspannen. Das alles wird sich schon in diesem Jahr in einem deutlich über dem Vorjahr liegenden Ergebnis niederschlagen."

Bei den Nutzfahrzeugen hätten die Effizienzprogramme gegriffen. "Mit der neuen LKW-Organisation sind die wesentlichen Voraussetzungen geschaffen, um Skaleneffekte in großem Umfang zu erzielen." Insgesamt will Daimler-Chrysler bis 2006 konzernweit rund 38 Mrd. Euro investieren.

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