Daimler-Chrysler gefragt
Dax startet rasant in die Woche

Gute Vorgaben aus den USA waren dafür verantwortlich, dass auch hier zu Lande Freude an den Aktienmärkten aufkam. Zwar belasteten anfangs Gerüchte die Börse, wonach Fiat Probleme mit seiner Bilanz habe. Die waren aber nach einem freundlichen Start in den USA schnell vergessen.

FRANKFURT/M. Nach unglücklichem Start setzte der Deutsche Aktienindex (Dax) am Montag zu einem rasanten Kletterkurs an. Zum Handelsschluss notierte das Frankfurter Kursbarometer 2,49 % über dem Freitagsschluss bei 4 863 Punkten.

Am Morgen waren die Investoren noch zusammengezuckt, als Gerüchte um Bilanzprobleme beim italienischen Autobauer Fiat die Runde machten. Würden sich diese Gerüchte als wahr herausstellen, wäre ein Problem, das sich nach der Enron-Krise noch auf den US-Markt beschränkte, bei einem namhaften Konzern in Europa angelangt. Kurzzeitig sackte der Dax sogar ins Minus. Klarheit wird es spätestens am Donnerstag geben, wenn die Italiener ihre Bilanz für 2001 vorlegen.

Am Nachmittag hatte sich aber die Aufregung nach dem ersten Schrecken schnell wieder gelegt. Zu positiv waren die Vorgaben aus den USA. Die Diskussion um Fiat und die Folgen belastete bis auf weiteres nur noch am Rande. Gerade die deutschen Automobilbauer Daimler-Chrysler , BMW und VW konnten überdurchschnittlich zulegen, nachdem sie am Vormittag nach den Fiat-Gerüchten noch ins Minus gerutscht waren. Die Anleger orientierten sich lieber am US-Autobauer General Motors (GM), der seine Gewinnprognose und seine Produktionsziele anhob. Für Daimler-Chrysler sprach nach Aussage eines Händlers zudem, dass die Stuttgarter bei ihren in der letzten Woche vorgelegten Prognosen so konservativ vorgingen, dass Ende 2002 eigentlich nur eine positive Überraschung herauskommen kann. Am Abend führte die Aktie mit einem Plus von mehr als 5 % die Gewinnerliste an.

Dagegen blieb die Kursentwicklung bei der Deutschen Bank hinter dem Markt zurück. Die Aktie, die zu Handelsbeginn deutlich im Plus lag, geriet später in den Strudel der Fiat-Gerüchte. Die Deutsche Bank gilt als einer der größten Kreditgeber der Turiner. Gleichzeitig litt die Aktie unter einer Herabstufung durch J.P. Morgan, die deren fairen Wert nun nur noch bei 73 Euro statt vorher bei 80 Euro sehen. Am Montag Abend waren die Papiere der Deutschen Bank 65,65 Euro wert.

Von der Größe meilenweit, geographisch aber nur wenige Meter von der Deutschen Bank entfernt liegt die Commerzbank . Sie machte am Montag von sich reden, als eine britischen Zeitung über den Verkauf des Vermögensverwalters Jupiter berichtete. Bankenkreise bestätigten das Gerücht. Die Abkehr von einer falschen Strategie, als der dieser Schritt interpretiert wurde, brachte der Aktie aber nur ein unterdurchschnittliches Plus.

Im Blickpunkt standen am Montag - wie so oft in den letzten Monaten - auch die Aktien der Lufthansa . Allerdings erhielten sie nicht den von vielen erwarteten Auftrieb, nachdem am Wochenende ein Arbeitskampf bei der Tochter Cityline abgewendet werden konnte. Am Abend notierten die Papiere der Kranich-Airline kaum verändert. Ein Wechselbad der Gefühle erlebten auch die Aktionäre der Deutschen Post. Presseberichte, wonach der ehemalige Monopolist künftig mit Steuerzahlungen von mehreren hundert Mill. Euro rechnen muss, dementierte das Finanzministerium umgehend. Anschließend erholte sich die Aktie deutlich. Am Abend erfreute die Aktionäre ein deutliches Plus.

Gewinne verbuchten die leidgeprüften Aktionäre der Deutschen Telekom. Damit reagierte der Markt überraschend positiv auf die eigentlich schlechte Nachricht, dass die Ratingagentur Moodys ihre Bewertung für langfristige Telekom-Verbindlichkeiten neu überprüfen und anschließend wahrscheinlich senken will.

Einen hauchdünnen Verlust mussten im Gegensatz zum Dax die im M-Dax gelisteten mittelgroßen Werte hinnehmen. Unter Gewinnmitnahmen litten die Papiere von Prosieben Sat1 Media, nachdem der Fernsehsender am Freitag mitgeteilt hatte, dass die für Juni geplante Fusion mit Kirch Media wegen deren Finanzproblemen auf unbestimmte Zeit verschoben sei. Von den Regionalbörsen präsentierten sich Bremen und Hannover freundlich. Behaupten konnten sich Stuttgart, Düsseldorf und Hamburg. Leichter tendierten die Kurse der Börsen in München und Berlin.

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