Daimler-Chrysler hat 34 % an Mitsubishi
Mitsubishi und Volvo könnten Lkw-Allianz auflösen

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo verhandelt mit dem Daimler-Chrysler-Partner Mitsubishi nach Angaben aus Industriekreisen über eine Auflösung ihrer Nutzfahrzeug-Allianz.

Reuters STOCKHOLM. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo und der DaimlerChrysler - Partner Mitsubishi verhandeln nach Angaben aus Industriekreisen über eine Auflösung ihrer Nutzfahrzeug-Allianz. In Kreisen, die den Verhandlungen nahe stehen, hieß es am Mittwoch, durch den Einstieg von DaimlerChrysler bei Mitsubishi sei die geplante Übernahme von rund einem Fünftel der Anteile der Lkw- und Bustochter von Mitsubishi durch Volvo problematisch geworden. Sollte die Allianz wirklich aufgelöst werden, böte sich DaimlerChrysler die Möglichkeit, auch bei Nutzfahrzeugen einen Partner in Japan zu erhalten. Ein Volvo-Sprecher lehnte einen Kommentar ab, bestätigte aber Gespräche mit Mitsubishi über dessen Eignerstruktur.

An Mitsubishi ist die DaimlerChrysler AG seit vergangenem Jahr mit 34 % beteiligt. Der Stuttgarter Konzern hat zudem die Option, in drei Jahren alle Anteile zu übernehmen. Im Rahmen der Allianz hat DaimlerChrysler aber nur direkten Zugriff auf die Pkw-Sparte von Mitsubishi, da der japanische Konzern für seinen als sehr attraktiv geltenden Nutzfahrzeug-Bereich bereits eine Kooperation mit Volvo eingegangen war.

Volvo hält derzeit rund fünf Prozent der Mitsubishi-Anteile und hatte 1999 zugestimmt, bis Ende 2001 knapp 20 % der Anteile der abgespaltenen Mitsubishi-Nutzfahrzeugsparte Mitsubishi Fuso zu übernehmen. Im Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 31. März) hatte Mitsubishi Fuso bei schweren Lkw über acht Tonnen Gewicht in Japan einen Marktanteil von knapp 30 %. Die Sparte arbeitete zuletzt nach früheren Angaben profitabel.

DaimlerChrysler ist als Weltmarktführer bei Lkw direkter Konkurrent von Volvo. Daher hatte es bereits zuletzt Spekulationen gegeben, dass Volvo mit dieser Konstellation unzufrieden sein und die Allianz beenden könnte. In den Kreisen hieß es nun: "Es sind verschiedene Gespräche im Gange, wie die Kooperation aufgelöst werden könnte." Ein Sprecher von DaimlerChrysler lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen aus den Kreisen ab.

Zuletzt hatte DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp betont, für Gespräche mit Volvo über dessen Partnerschaft mit Mitsubishi offen zu sein. DaimlerChrysler respektiere die Verträge, die Volvo mit Mitsubishi habe. "Wenn man auf Seiten von Volvo Veränderungen haben will, würden wir selbstverständlich darüber sprechen", hatte Schrempp noch Ende Februar gesagt. DaimlerChrysler ist auch an dem führenden koreanischen Autohersteller Hyundai beteiligt, mit dem der Stuttgarter Konzern ein Gemeinschaftsunternehmen für Nutzfahrzeuge plant.

Volvo-Chef Leif Johansson hatte zuletzt gesagt, die Situation bei Mitsubishi sei nicht gerade zufrieden stellend. Volvo hatte im vergangenen Jahr die Lkw-Sparte des französischen Renault-Konzerns übernommen. Dem schwedischen Konzern böte sich somit theoretisch auch die Möglichkeit, eine Zusammenarbeit mit der Lkw-Tochter des japanischen Renault-Partners Nissan, Nissan Diesel, einzugehen.

Die DaimlerChrysler-Aktie reagierte kaum auf die Informationen aus den Kreisen und wurde am Mittwochabend mit 55,52 Euro um ein Prozent schwächer als am Vortag gehandelt. Das Börsenbarometer Dax lag gleichzeitig 0,25 % im Plus. Die Volvo-Aktie verzeichnete ebenfalls kaum Ausschläge und schloss den Handel mit 185 Kronen um 2,50 Kronen im Plus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%