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Daimler-Chrysler nimmt letzte Hürde für PKW- und Van-Bau in China

Der Autobauer Daimler-Chrysler hat die letzte Hürde für sein geplantes Transporter- und PKW-Joint-Ventures in China genommen. Die chinesische Regierung habe so genannte Machbarkeitspläne genehmigt, teilte das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mit.

dpa-afx STUTTGART/PEKING. Der Autobauer Daimler-Chrysler hat die letzte Hürde für sein geplantes Transporter- und PKW-Joint-Ventures in China genommen. Die chinesische Regierung habe so genannte Machbarkeitspläne genehmigt, teilte das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mit. Damit ist nach mehrjährigen Verhandlungen der Weg frei für die gemeinsame Fertigung von Mercedes-Benz-PKW und Transportern mit lokalen Partnern. An der Börse sorgte die Nachricht allerdings nicht für Bewegung. Die Daimler-Chrysler-Aktie verlor in einem stabilen Markt zuletzt 0,46 Prozent auf 32,76 Euro.

Der Schritt gilt unter Beobachtern als wichtige Etappe in der Asien-Strategie des deutsch-amerikanischen Autobauers, nachdem dieser sich bei seinem japanischen Partner Mitsubishi Motors zurückgezogen und auch die Beteiligung an dem koreanischen Autobauer Hyundai verkauft hat. "Die lokale Fertigung sowohl im PKW- als auch im Nutzfahrzeuggeschäft ist ein Meilenstein für die Umsetzung unserer Geschäftsaktivitäten in China und untermauert unsere weit reichende Präsenz in Asien", sagte Konzernchef Jürgen Schrempp.

PKW-Fertigung AB 2005

Ab Mitte kommenden Jahres wird Daimler-Chrysler in Zusammenarbeit mit der Beijing Automotivive Industry Holding mit der Fertigung von C- und E-Klasse-Limousinen seiner Flagschiffmarke Mercedes-Benz beginnen. Mittelfristig ist eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 25 000 Stück geplant. Die neuen Automobile sollen in einer neuen Fabrik am Stadtrand von Peking vom Band rollen.

Das Van-Projekt soll den Plänen zufolge ein Jahr später starten. Das Joint Venture mit den beiden lokalen Autobauern Fujian Motor Industry Group und China Motor Corp komme nun "in die Phase der Umsetzung", hieß es. Geplant ist, ab 2006 rund 40 000 Einheiten des Mercedes Sprinter sowie der neuen Van-Familie Vito/Viano zu bauen. Die Transporter sollen in einem neuen Werk in Fuzhou City in der Provinz Fujian produziert werden.

Milliarden-Investitionen

Mittelfristig sollen von allen an dem Projekt beteiligten Parteien 1,2 Mrd. Euro für die PKW- und die Van-Fertigung, die Produktionsstätten und-anlagen sowie für die Produktion von schweren und mittelschweren LKW investiert werden. Daimler-Chrysler werde eine Summe entsprechend seiner Beteiligung an den Projekten schultern, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Stuttgarter sind an dem PKW- und dem Van-Joint-Venture jeweils zu 50 Prozent beteiligt.

Der Konzern hatte mehr als zwei Jahre über die Gemeinschaftsunternehmen verhandelt. Im Mai 2004 hatte der Konzern dann ein Rahmenabkommen über den PKW- und Nutzfahrzeugbau geschlossen. Der Projektvorschlag wurde bei einem Deutschland-Besuch des chinesischen Premierministers Wen Jiabao unterzeichnet. Welchen hohen Stellenwert das Thema für den Konzern hat, zeigt eine der jüngsten Personalentscheidungen.

So hatte der Aufsichtsrat Ende September Rüdiger Grube zum neuen Vorstandsmitglied mit Verantwortung für China bestellt. Der Konzern hat inzwischen das China Executive Board (CEB) gebildet, das die Geschäfte in China mit einer einheitlichen Strategie führen soll. Grube will das Geschäft in China forcieren, wie er zuletzt in einem dpa-Gespräch ankündigte. Neben der neuen Managementstruktur will der Konzern sein Händlernetz ausbauen.

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