Daimler-Chrysler steigen
Banken drücken Dax ins Minus

Die Aktien von Daimler-Chrysler haben am Freitag nach der Vorlage überraschend guter Quartalszahlen zugelegt und sich damit von einem insgesamt sehr schwachen Gesamtmarkt abgehoben.

Reuters FRANKFURT. "Alles in allem ist das Quartal wesentlich besser ausgefallen, als sogar wir erwartet haben", sagte Pia Christine Schulze, Analystin bei Merck Finck in München zu dem vorgelegten Ergebnis. Der Gesamtmarkt konnte davon allerdings nicht profitieren, sondern geriet im Sog verhaltener Prognosen von Microsoft und Ericsson sowie einem Kursrutsch der Titel der Hypovereinsbank unter Druck. Der Dax fiel zum Schluss um 1,4 Prozent auf 5 786 Punkte.

Die Daimler-Chrysler AG hatte zuvor einen um Einmal-Effekte bereinigten operativen Gewinn für das zweite Quartal von 0,7 Mrd. Euro bekannt gegeben und damit die Erwartungen der Analysten von im Schnitt 390 Mill. Euro übertroffen.

Jürgen Gries, Händler bei Merck Finck, sagte: "Die Zahlen sind sehr, sehr gut und haben den Markt überrascht. Der Konsensus lag am oberen Rand der Analystenerwartungen und sogar der wurde geschlagen." Daimler-Chrysler notierten am späten Nachmittag mit einem Plus von knapp 2,5 Prozent bei 57,60 Euro. Vor Bekanntgabe des Ergebnisses hatten die Papiere dem Markttrend folgend in der Verlustzone notiert.

Fast alle anderen im Dax vertretenen Aktien verzeichneten Kursabschläge, wobei die Aktie der Hypovereinsbank die Liste der Verlierer anführten. Der Wert gab um 5,7 Prozent auf 50 Euro nach. Merrill Lynch hatte am Morgen das Kursziel für die Titel auf 62 von 70 Euro heruntergestuft und dies unter anderem mit Blick auf das Ergebnis mit geringeren Erwartungen für die zweite Jahreshälfte und für das Gesamtjahr 2002 begründet. Händlern zufolge mehrten sich Spekulationen, wonach die Bank nächste Woche enttäuschende Quartalszahlen vorlegen könnte. Der Gewinn im zweiten Quartal werde auf Grund des "schwierigen Börsenumfelds" hinter dem Wert der ersten drei Monate zurückbleiben, hieß es aus Bankenkreisen.

Die Titel der Dresdner Bank , die ab Montag im Dax durch die Aktien des derzeit noch im MDax gelisteten Finanzdienstleisters MLP ersetzt werden, verloren um 6 Prozent auf 43,85 Euro. Deutsche Bank-Aktien verloren um rund 2,2 Prozent.

Zu den weiteren Verlierern zählten die Papiere von SAP und Siemens , die Kursabschläge von 2,3 und 2,6 Prozent verbuchten. Börsianer führten die Tendenz auf die verhaltenen Geschäftsausblicke von Microsoft und Ericsson zurück.

Der US-Softwarekonzern Microsoft hatte am Donnerstag nach Börsenschluss in den USA zwar für das vierte Quartal Zahlen im Rahmen der Analysten-Erwartungen vorgelegt, prognostizierte jedoch für das laufende Quartal angesichts einer schleppenden PC-Nachfrage eine schwache Umsatzentwicklung. Zudem hatte der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson Freitagmorgen für das zweite Quartal einen Verlust mitgeteilt, der zwar innerhalb der Erwartungen von Analysten lag. Allerdings gab das Unternehmen weiter bekannt, seine Prognosen für den weltweiten Handy-Absatz 2001 gesenkt zu haben und mit Hinweis auf wachsende Unsicherheiten keine Geschäftsprognosen für den weiteren Jahresverlauf abgeben zu wollen.



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