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Daimler-Chrysler steigert Quartalsgewinn - Gewinneinbruch bei Mercedes

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler-Chrysler hat trotz eines drastischen Gewinneinbruchs bei Mercedes im dritten Quartal den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 1,3 Mrd. Euro gesteigert. Die Markterwartungen wurden jedoch leicht verfehlt.

dpa-afx STUTTGART. Der Stuttgarter Autokonzern Daimler-Chrysler hat trotz eines drastischen Gewinneinbruchs bei Mercedes im dritten Quartal den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 1,3 Mrd. Euro gesteigert. Die Markterwartungen wurden jedoch leicht verfehlt. Die 20 von dpa-AFX befragten Analysten hatten im Schnitt mit einem Operating Profit von 1,406 Mrd. Euro gerechnet.

Bei der wichtigsten Sparte Mercedes Car Group (Mercedes, smart, Maybach) schrumpfte der Gewinn um 62 Prozent, teilte Daimler-Chrysler am Donnerstag mit. Der bislang rückläufige Absatz, hohe Kosten für neue Modelle und zur Beseitigung von Qualitätsproblemen (dreistelliger Millionenbetrag) sowie Währungsverluste führten zu dem Ergebnisrückgang.

Die Daimler-Chrysler-Aktie reagierte zunächst mit einer Berg- und Talfahrt und reduzierte ihr Kursplus bis zum frühen Nachmittag auf 0,76 Prozent bei 33,00 Euro.

Prognose Bestätigt

Das Unternehmen bestätigte aber sein Jahresziel, den bereinigten Operating Profit des Vorjahres von rund 5,1 Mrd. Euro "deutlich" zu übertreffen. Nach neun Monaten habe man bereits 5,0 Mrd. Euro operativ verdient. Der Umsatz soll auf rund 145 Mrd. nach 136,6 Mrd. Euro im Vorjahr ansteigen. Der Konzernabsatz (PKW, LKW, Transporter, Busse) soll von 4,3 auf 4,8 Mill. zulegen.

Dagegen fiel der Nettogewinn mit 1,0 Mrd. Euro deutlich höher aus als die Prognose der Analysten (0,724 Mrd Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte es wegen hohen Wertberichtigungen einen Nettoverlust von 1,653 Mrd. Euro gegeben. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,99 Euro (Prognose 0,72) nach einem Minus von 1,63 Euro.

Die Quartalszahlen fielen nach einer ersten Einschätzung eines Münchener Analysten ganz leicht über den Prognosen aus. Allerdings habe ihn die Struktur überrascht: "Wenn Mercedes-Benz nur die Hälfte verdient hat, dann haben die ein Problem", sagte er. Hier hätten die Daten klar enttäuscht, während er die Entwicklung bei der US-Tochter Chrysler als auch in der Nutzfahrzeugsparte als "sehr beeindruckend" bezeichnete.

Chrysler-Gewinn Steigt

Der Umsatz stieg leicht von 34,587 auf 34,9 Mrd. Euro. Die Experten hatten 35,382 Mrd. Euro vorausgesagt. Beim Hauptertragsbringer Mercedes Car Group gab es einen heftigen Gewinneinbruch um 62 Prozent. Der Operating Profit ging auf 304 Mill. Euro (Vj 793 Mio) zurück. Auch der Umsatz schrumpfte auf 12,1 (12,74) Mrd. Euro.

Die US-Tochter Chrysler setzte ihren Aufwärtstrend fort und verdiente operativ 217 (147) Mill. Euro. Der Umsatz ging von 12,49 auf 11,5 Mrd. Euro zurück.

Fuso Belastet Nutzfahrzeuge

Bei den Nutzfahrzeugen machte sich wie bereits mitgeteilt der Sonderverlust von 400 Mill. Euro für die Rückrufe der japanischen Tochter Mitsubishi Fuso negativ bemerkbar. Der operative Gewinn im dritten Quartal erreichte danach noch 159 Mill. Euro nach 237 Mill. Euro im Vorjahr.

Allein in den ersten beiden Quartalen hatte der weltweit größte Hersteller von Lastwagen und Bussen aber bereits einen Gewinn von 736 Mill. Euro erreicht. Der Nfz-Spartenumsatz im Quartal stieg rasant um 36 Prozent auf 9,2 Mrd. Euro.

Die Dienstleistungen erhöhten ihren operativen Gewinn auf 412 (284) Mill. Euro. Im Segment Übrige Aktivitäten wurde ein Gewinn von 258 Mill. Euro erzielt (Vj Verlust 104 Mill. Euro). Die Daimler-Chrysler-Bank habe im Quartal mit einem Neugeschäft von 1,9 Mrd. Euro ihr Vertragsvolumen um zehn Prozent auf 13,9 Mrd. Euro gesteigert.

Toll Collect

Im dritten Quartal musste der Konzern einige Sonderbelastungen verbuchen. Neben Mitusbishi Fuso (400 Mill. Euro) fielen Kosten für die Beteiligung am Maut-Betreiber Toll Collect (119 Mill. Euro) und bei Chrysler (104 Mill. Euro) an. Dem standen Einmalerträge aus dem Vergleich mit Bombardier über den Adtranz-Verkauf (120 Mill. Euro) und der Auflösung des Nutzfahrzeug-Joint-Ventures mit Hyundai (60 Mill. Euro) gegenüber.

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