Daimler-Chrysler und Bombardier verständigten sich über rund 1,6 Mrd. DM
EU untersagt Adtranz-Verkauf an Bombardier

Die EU-Kommission hat nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" den Verkauf der Daimler-Chrysler-Tochter Adtranz an den kanadischen Verkehrstechnik-Konzern Bombardier untersagt.

Reuters MÜNCHEN. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" aus seiner jüngsten Ausgabe vorab berichtet, hatte Bombardier vergeblich versucht, durch Zugeständnisse die Zustimmung der EU-Kommission zu erhalten. Das Unternehmen habe den Vorwurf einer marktbeherrschenden Stellung vor allem durch den Abbau von Kapazitäten - insbesondere bei Zügen und Waggons - widerlegen wollen. Nach früheren Angaben soll die EU-Kommission ihre Entscheidung über Adtranz bis zum 6. Dezember treffen.

Daimler-Chrysler und Bombardier hatten sich Anfang August auf eine Übernahme im Volumen von umgerechnet rund 1,6 Mrd. DM verständigt. DaimlerChrysler wollte mit dem Adtranz-Verkauf ihre Konzentration auf das Autogeschäft und damit verbundene Dienstleistungen vorantreiben.

Daimler-Chrysler ist seit 1999 Alleineigentümer der Adtranz, die allerdings mitbedingt durch eine Schwäche des Bahnmarktes mehrere Jahre hohe Verluste schrieb. In der Branche wird geschätzt, dass Adtranz in den vergangenen Jahren einen Aufwand von vier bis fünf Mrd. DM verursachte. Adtranz stellt Bahnen und Bahnkomponenten her.

Bombardier ist ein international tätiger Konzern mit Aktivitäten in der Schienentechnik, im Flugzeugbau, im Finanz- und im Freizeitbereich mit weltweit 56 000 Mitarbeitern. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Geschäftsjahr, das zum 31. Januar 2000 endete, einen Umsatz von rund 13,6 Mrd. kanadischen $ (gut 19 Mrd. DM), davon 3,4 Mrd. kanadischen $ im Bahnbereich. Der Vorsteuergewinn hatte gut eine Milliarde kanadische $ betragen.

Bombardier würde zusammen mit Adtranz in der Verkehrstechnik auf einen Umsatz von mehr als zehn Mrd. DM kommen. Sie würde damit vor Alstom und der Siemens-Verkehrstechnik zum Branchenführer weltweit.

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