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Daimler erwartet höheren Mercedes-Absatz

Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert ist zufrieden: Im derzeit schrumpfenden deutschen Pkw-Markt gewinne Mercedes Marktanteile. „Der deutsche Markt ist für uns ein Erfolg.“

Reuters RASTATT. Die DaimlerChrysler AG erwartet für dieses Jahr in ihrer Pkw-Sparte Mercedes/Smart einen weiter steigenden Absatz. Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert sagte am Mittwoch in Rastatt, der Absatz von Pkw der Marke Mercedes dürfte um zwei bis drei Prozent zunehmen. Einschließlich des Kleinwagens Smart dürfte sich ein Absatz von mehr als 1,1 (Vorjahr 1,08) Millionen Fahrzeuge ergeben. "Wir gehen davon aus, dass nicht nur die Stückzahlen über dem Wert von 1999 liegen werden, sondern auch der Umsatz und der Ertrag", sagte Hubbert. Er bekräftigte zudem, dass DaimlerChrysler keinesfalls an einem Kauf des angeschlagenen südkoreanischen Herstellers Daewoo interessiert ist.

1999 hatte die Sparte Pkw der Marken Mercedes und Smart bei einem Umsatz von 38,1 Milliarden Euro einen operativen Gewinn von 2,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Hubbert sagte, im derzeit schrumpfenden deutschen Pkw-Markt gewinne Mercedes Marktanteile. "Der deutsche Markt ist für uns ein Erfolg." Es sei nicht geplant und auch nicht vorherzusehen gewesen, dass DaimlerChrysler bei den Pkw-Marktanteilen im Inland die Nummer zwei hinter Volkswagen werde.

Auch in den USA entwickele sich das Geschäft mit Pkw der Marke Mercedes sehr gut, sagte Hubbert. Bis Ende August habe der Mercedes-Absatz dort um zwölf Prozent zugenommen. Es gebe gute Chancen, dass der Absatz in den USA dieses Jahr die Grenze von 200.000 (Vorjahr 189.000) Fahrzeugen überschreiten könne. Auch beim Kleinwagen Smart hält Hubbert in diesem Jahr ein Übertreffen der Absatzprognose von 100.000 Stück für wahrscheinlich. "Der Smart hat inzwischen Kultstatus erreicht." Wegen der hohen Investitionen in den Smart schreibt der Konzern mit dem Kleinwagen nach Hubberts Worten im Moment noch Verluste. Das Ergebnis werde dieses Jahr aber um "deutlich über 30 Prozent" besser ausfallen als 1999. Einschließlich der Investitionen in eine Rechtslenkerversion und einen Roadster gehe er davon aus, dass der Smart etwa 2003 oder 2004 ein positives Ergebnis erzielen werde. Mit dem in Zusammenarbeit mit dem japanischen Partner Mitsubishi geplanten viersitzigen Modell der Marke Smart könnten sich "Ergebnis und Zeitplan tendenziell noch ein wenig verbessern". Derzeit überlege der Konzern, ob der Smart auch in den USA auf den Markt gebracht werden solle. Vor allem an der Westküste gebe es dort ein großes Interesse dafür. Hubbert äußerte sich am Rand einer Feier zur Produktion des 500.000. Modells der kompakten Mercedes A-Klasse im Werk in Rastatt. Ähnlich wie bei anderen Modellreihen denke DaimlerChrysler darüber nach, auch bei der kompakten A-Klasse davon abgeleitete Varianten zu entwickeln, sagte er. In diesem Fall müssten dann auch die Kapazitäten in Rastatt oder in einem anderen Werk erweitert werden, denn die Fertigung in Rastatt laufe an der Obergrenze der Kapazität. Die Mercedes A-Klasse ist seit 1997 auf dem Markt. Nach Unfällen beim so genannten Elch-Test musste die damalige Daimler-Benz die Auslieferung seinerzeit für drei Monate stoppen. Seit Anfang 1998 wird die A-Klasse mit modifiziertem Fahrwerk und dem Spurkontrollsystem ESP verkauft.

Hubbert bekräftigte, dass DaimlerChrysler keinesfalls an einer Übernahme des angeschlagenen koreanischen Autoherstellers Daewoo Motor interessiert sei. "Wir sind weder an einer Übernahme von Daewoo interessiert noch an sonst etwas", sagte er. Allenfalls im unwahrscheinlichen Fall eines Zusammenbruchs des Unternehmens könnte es sein, dass sich DaimlerChrysler für dann möglicherweise zum Verkauf stehenden Teile von Daewoo interessieren könnte. Er halte es aus wettbewerbsrechtlichen im übrigen auch für unwahrscheinlich, dass der künftige koreanische DaimlerChrysler-Partner Hyundai Daewoo übernehmen könnte, da Hyundai dann praktisch den gesamten koreanischen Markt kontrollieren würde. Hubbert wies zudem Medienberichte zurück, wonach er möglicherweise vor dem Ende seines bis 2003 laufenden Vertrages aus dem Unternehmen ausscheide. "Ich werde meinen Vertrag erfüllen." Als potenzieller Nachfolger Hubberts wird in Branchenkreisen bereits seit längerem der derzeitige Chef des Smart-Herstellers MCC, Andreas Renschler, angesehen.

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