Daimler legen nach Quartalsergebnis zu
Dax tendiert fest

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag bei deutlichen Kursgewinnen bei den Aktien von Daimler-Chrysler und den Technologiewerten fest präsentiert.

Reuters FRANKFURT. Einige Börsianer führten die Kauffreude der Anleger auf die freundlichen Vorgaben der Börsen in New York zurück. Zudem seien die jüngsten Quartalsergebnisse nicht so schlecht wie erwartet ausgefallen, sagte ein anderer Händler. Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg bis zum frühen Nachmittag um 1,9 % auf 4 705 Zähler. Im Fokus der Anleger standen die Technologiewerte und Daimler-Chrysler, dessen Quartalsergebnis mit weiteren Kurszuwächsen honoriert wurde.

Am Neuen Markt stieg der Blue-Chip-Index der Wachstumswerte um 6,3 % auf 1 086 Punkte, der M-Dax für die mittelschweren Werte notierte um knapp ein Prozent auf 4 179 Punkten fester. "Wir hatten ja auch prima Vorgaben aus den USA", sagte Norbert Empting, Aktienhändler beim Börsenmakler Schnigge mit Blick auf die steigende Tendenz. In New York war der Index der Technologiebörse Nasdaq am Montag um 2,2 % auf 1 708 Punkte angestiegen, der Industriewerteindex Dow Jones gewann 1,9 % auf 9 377 Zähler hinzu. Hoffnungen der Anleger auf eine Erholung der US-Konjunktur im kommenden Jahr hatten nach Händlerangaben die Kurse im späten Geschäft beflügelt und weitere Nachrichten über Milzbrand-Fälle zunächst in den Hintergrund gedrängt. Die für den Handelsstart am Dienstag maßgeblichen Futures notierten rund zwei Stunden vor Eröffnung fester.

Viel Liquidität im Markt

"Es ist alles nicht so schlimm ausgefallen wie man es befürchtet hatte", sagte ein Händler und verwies auf die im Rahmen der Erwartungen liegenden jüngsten Quartalsergebnisse einiger US-Unternehmen. Des Weiteren hätten Fonds viel Liquidität, die investiert werden wolle, fügte er hinzu.

Ein weiterer Börsianer verwies auf Deckungskäufe von zuvor getätigten Leerverkäufen, die zu dem Kursanstieg beitrugen. "Der deutsche Markt hat gestern schon einen Schub nach oben mit einem guten Handelsstart in den USA bekommen und da wurden wohl einige Leute auf dem falschen Fuß erwischt", sagte Aktienhändler Empting. "Die müssen jetzt ihre Shortpositionen schließen". Beim so genannten Short Selling verkaufen Marktteilnehmer Aktien, die sie sich zuvor geliehen haben und spekulieren damit auf fallende Kurse. Wenn der Kurs wie erwartet fällt, kaufen sie die Titel zu dem günstigeren Kurs am Markt ein und machen so Gewinn.

Alfred Kaiser, Analyst bei der Nols AG, sagte, dass auch Hoffnungen auf eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Kurse beflügeln könnten, wobei Kaiser allerdings von weiterhin unverändert belassenen Leitzinsen im Euroraum ausgeht.

Weitere Enttäuschungen nicht ausgeschlossen

Marktteilnehmer äußerten jedoch vermehrt Unverständnis über die Entwicklung des Marktes, da die fundamentale Situation den Anstieg nicht rechtfertige. Die Quartalsberichtssaison sei noch nicht vorüber und Enttäuschungen könnten nicht ausgeschlossen werden. So hatten beispielsweise sechs führende Wirtschaftsforschungsinstitute vor einer Rezession in Deutschland gewarnt und einige Unternehmen in der jüngsten Zeit recht pessimistische Ausblicke für deren weiteren Geschäftsverlauf gegeben.

Nach Bekanntgabe von im Rahmen der Erwartungen liegenden Quartalszahlen setzten die Aktien von Daimler-Chrysler ihre feste Tendenz fort. Die Aktien stiegen um mehr als 5 % auf 40,81 Euro. "267 Millionen Verlust bei Chrysler liest sich sehr gut". Die Zahlen seien gut für die weitere Erholung der Aktie, fügte er hinzu. Der Automobilhersteller hatte im dritten Quartal einen überraschend hohen Betriebsgewinn erwirtschaftet und hält an seinen Ergebniszielen trotz Risiken durch die Folgen der Anschläge vom 11. September fest.

Gefragt waren auch die Technologiewerte. Siemens stiegen um knapp 5 % auf 52,31 Euro, Infineon legten um knapp 7 % zu. Epcos gewannen 3,3 %, SAP notierten um 2,5 % fester. "Bei den Titeln hilft wohl auch die Nasdaq-Vorgabe", sagte ein Händler.

Unter Abschlägen litten weniger schwankungsanfällige Papiere. Metro gaben um 2,2 % auf 37,69 Euro nach.

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