Daimler legen zu
Dax präsentiert sich freundlich

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag mit deutlichen Kursgewinnen bei den Aktien von Daimler-Chrysler und den Technologiewerten fest präsentiert.

ReutersFRANKFURT. Einige Börsianer führten die Kauffreude der Anleger auf die freundlichen Vorgaben der Börsen in New York zurück und daraus resultierende Deckungskäufe nach vorherigen Leerverkäufen am deutschen Markt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg bis zum Mittag um 1,2 % auf 4 674 Zähler. Im Fokus der Anleger standen die Technologiewerte und Daimler-Chrysler, deren Quartalszahlen gegen Mittag erwartet werden.

Am Neuen Markt stieg der Blue-Chip-Index der Wachstumswerte um 5,3 % auf 1 075 Punkte, der M-Dax für die mittelschweren Werte notierte um 0,4 % auf 4 156 Punkte fester. "Wir hatten ja auch prima Vorgaben aus den USA", sagte Norbert Empting, Aktienhändler beim Börsenmakler Schnigge mit Blick auf die steigende Tendenz. In New York war der Technologieindex um 2,2 % auf 1 708 Punkte angestiegen, der Industriewerteindex Dow Jones gewann 1,9 % auf 9 377 Zähler hinzu. Hoffnungen der Anleger auf eine Erholung der US-Konjunktur im kommenden Jahr hatten nach Händlerangaben die Kurse im späten Geschäft beflügelt und weitere Nachrichten über Milzbrand-Fälle zunächst in den Hintergrund gedrängt.

Viel Liquidität im Markt

"Der deutsche Markt hat gestern schon einen Schub nach oben mit einem guten Handelsstart in den USA bekommen und da wurden wohl einige Leute auf dem falschen Fuß erwischt", sagte Aktienhändler Empting. "Die müssen jetzt ihre Shortpositionen schließen". Beim so genannten Short Selling verkaufen Marktteilnehmer Aktien, die sie nicht besitzen und spekulieren damit auf fallende Kurse. Dabei leihen sich die Investoren Papiere, die sie verkaufen. Wenn der Kurs wie erwartet fällt, kaufen sie die Titel zu dem günstigeren Kurs am Markt ein und machen so Gewinn.

Alfred Kaiser, Analyst bei der Nols AG, hielt dem Argument entgegen, dass der prozentuale Gewinn des deutschen Marktes am Vortag größer ausgefallen war als der der US-Märkte. Der Dax war bis Sitzungsende um 2,34 % angezogen. "Es gibt derzeit einfach viel Liquidität im Markt, die angelegt werden will, und die Leute kaufen die Titel, die besonders stark gefallen waren", sagte der Analyst. Zudem könnten auch Hoffnungen auf eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Kurse beflügeln, wobei Kaiser allerdings von weiterhin unverändert belassenen Leitzinsen im Euroraum ausgeht.

Wirtschaftsforschungsinstitute warnen vor Rezession

Marktteilnehmer waren sich jedoch einig, dass die fundamentale Situation den Anstieg des Marktes nicht rechtfertige. Die Quartalsberichtssaison sei noch nicht vorüber und Enttäuschungen könnten nicht ausgeschlossen werden. So hatten beispielsweise sechs führende Wirtschaftsforschungsinstitute vor einer Rezession in Deutschland gewarnt und einige Unternehmen in der jüngsten Zeit recht pessimistische Ausblicke für deren weiteren Geschäftsverlauf gegeben.

Im Vorfeld der Bekanntgabe von Quartalszahlen konnten die Aktien von Daimler-Chrysler deutlich an Wert gewinnen. Die Aktien stiegen um 3,2 % auf 40 Euro. Der Konzern halte einem Zeitungsbericht zufolge weiter an seinen Gewinnzielen 2001 fest. Gegen Mittag wird das Quartalsergebnis des Automobilherstellers erwartet, wobei Branchenexperten im Schnitt mit einem Rückgang des bereinigten operativen Konzerngewinns um 37 % auf 338 Mill. Euro rechnen.

Gefragt waren auch die Technologiewerte. Siemens stiegen um mehr als 4 % auf 51,58 Euro, Infineon legten um 3,1 % zu. Epcos gewannen 3,3 %, SAP notierten um 1,6 % fester. "Bei den Titeln hilft wohl auch die Nasdaq-Vorgabe", sagte ein Händler.

Unter Abschlägen litten zunächst die Titel von RWE , die um 1,2 % auf 44,48 Euro nachgaben. Einem Zeitungsbericht zufolge hatte der Vorstandsvorsitzende Dietmar Kuhnt einen verhaltenen Ausblick für das laufende Rumpfgeschäftsjahr gegeben. Das Unternehmen dementierte dies am Mittag aber und teilte mit, an den bisherigen Prognosen werde festgehalten. Die RWE-Aktie drehte daraufhin ins Plus.

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