DaimlerChrysler-Bewertung
"Keine Aktie für Anleger mit schwachen Nerven"

Die DaimlerChrysler-Aktie empfiehlt sich Einsteigern derzeit nur, wenn sie starke Nerven haben. Das Papier sei zwar gut, meint Krista Kepler, Analystin bei der Privatbank Merck Finck & Co., doch der Markt habe die Nachrichten des heutigen Tages bereits eingepreist. Das Interview im Wortlaut:

Von ihren Tiefstständen im vergangenen Herbst hat sich die Aktie erholt. Geht es weiter aufwärts?

Kepler: Den Kursanstieg hatten die erkennbaren Fortschritte bei Chrysler verursacht. Ob es nun weiter aufwärts geht, ist fraglich. Die Aktie ist während der vergangenen zwei Monate gut gelaufen; der Markt hatte die heute präsentierten positiven Nachrichten (und eine erwartete Verbesserung des Outlooks) vorweggenommen. Das Papier ist keine Aktie für Anleger mit schwachen Nerven. Keine Frage, DaimlerChrysler ist ein starkes Unternehmen, aber die aktuelle Stärke und die Perspektiven stecken bereits im Kurs. Hinzu kommt: Der amerikanische Markt leidet unter einigen strukturellen Problemen, auch Chrysler wird daher noch lange Zeit Schwierigkeiten haben.

Bislang an dicke Gewinne gewohnt, müssen die Daimler-Chrysler-Aktionäre nun schmalere Ausschüttungen hinnehmen - zumindest in diesem Jahr. Dämpft diese Nachricht die Perspektiven für den Kurs des Papiers?

Kepler: Die Dividende hat nur wenig nachhaltigen Einfluss auf den Kurs. Eine übertrieben hohe Dividende würde indes den Cash flow belasten. Daher war der Schritt, in diesem Jahr weniger Dividende zu zahlen, vernünftig.

Wie schätzen Sie das Marktumfeld ein? Wie wirkt es sich auf den Kurs aus?

Kepler: Das Unternehmen ist nicht nur von der Entwicklung der Konjunktur abhängig. Diese stellt sich zur Zeit als sehr ungewiss dar; die Prognosen schwanken stark. Aber DaimlerChrysler selbst ist gut positioniert. Was kontrollierbar ist, kriegt man im Griff, insbesondere die Kostenseite. Chrysler bietet da in den nächsten zwei Jahren noch Einspar-Potenzial. Was der Konzern derzeit an Ergebnis-Verbesserung erzielt, wurde also in erster Linie durch Kosten-Reduzierung erreicht.

Schrempp erwartet für die Chrysler Group nach sechs negativen Quartalen in Folge im ersten Quartal erstmals ein leicht positives Ergebnis. Wie sehen Sie die Dinge aus Anleger-Sicht?

Kepler: Für uns kam diese Mitteilung heute nicht überraschend. Sie stellt keine großartige Nachricht dar, lag im Rahmen der (- zumindest unserer -) Erwartungen.

Ihr Statement zum Engagement bei Mitsubishi?

Kepler: Eine Aufstockung der Anteile an dem japanischen Konzern wäre zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht. Faktisch hat sich nichts am Zeitplan der Restrukturierung geändert. Mitsubishi muss zunächst nachhaltig die Entwicklung des operativen Gewinns verbessern - also die Gewinn-Situation noch mindestens ein Jahr lang stabilisieren - und den Schuldenabbau vorantreiben. Das ist die Voraussetzung für eine höhere Beteiligung. Der Konzern muss indes jetzt schon Probleme mit der Wirtschaftsprüfung befürchten. Wenn der Einfluss der Deutschen auf Mitsubishi zu groß wird, muss DaimlerChrysler die japanische Beteiligung voll konsolidieren. Vielleicht sollten die Aktionäre und die Öffentlichkeit darauf vorbereitet werden. Aber das ist reine Spekulation.

DaimlerChrysler - VW - BMW: Welchen der drei Dax-Autowerte empfehlen Sie am ehesten zum Kauf?

Kepler: Derzeit werten wir nur BMW als Outperformer. Das Unternehmen hat die richtigen Modelle zum richtigen Zeitpunkt.

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