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Daimlerchrysler blickt nach Ergebnisschub optimistischer ins Jahr

(dpa-AFX) Frankfurt - Nach einem Ergebnisschub bei seiner US-Tochter Chrysler und einem verdreifachten Konzernergebnis im zweiten Quartal betrachtet der Autobauer Daimlerchrysler den Ausblick für das Geschäftsjahr 2004 nun optimistischer. Die Stuttgarter erhöhten ihre Prognose am Donnerstag und wollen nun ihr operatives Ergebnis (vor Restrukturierungsaufwendungen bei der Chrysler Group und ohne den Gewinn aus der Veräußerung von MTU Aero Engines) "deutlich" über das Vorjahresniveau von 5,1 Milliarden Euro steigern. Zuvor hatte Daimlerchrysler lediglich von einer "Steigerung" gesprochen. An der Börse notierte die Aktie zuletzt mit einem moderaten Plus von 0,19 Prozent auf 37,18 Euro.

(dpa-AFX) Frankfurt - Nach einem Ergebnisschub bei seiner US-Tochter Chrysler und einem verdreifachten Konzernergebnis im zweiten Quartal betrachtet der Autobauer Daimlerchrysler den Ausblick für das Geschäftsjahr 2004 nun optimistischer. Die Stuttgarter erhöhten ihre Prognose am Donnerstag und wollen nun ihr operatives Ergebnis (vor Restrukturierungsaufwendungen bei der Chrysler Group und ohne den Gewinn aus der Veräußerung von MTU Aero Engines) "deutlich" über das Vorjahresniveau von 5,1 Milliarden Euro steigern. Zuvor hatte Daimlerchrysler lediglich von einer "Steigerung" gesprochen. An der Börse notierte die Aktie zuletzt mit einem moderaten Plus von 0,19 Prozent auf 37,18 Euro.

Im zweiten Quartal war das operative Ergebnis des Konzerns von 641 Millionen auf 2,1 Milliarden Euro geschossen. Dies hatte der Konzern vor allem dem guten Ergebnis in der US-Sparte zu verdanken. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 554 Millionen Euro nach 109 Millionen Euro im Vorjahr. Während der Konzern operativ die Durchschnittsprognose der von dpa-AFX befragten Analysten von 1,92 Milliarden Euro hinter sich ließ, wurde die Schätzung für den Reingewinn (822 Mio Euro) jedoch nicht erreicht. Der Umsatz kletterte um 9 Prozent von 33,86 auf 37,072 Milliarden Euro (Durchschnittprognose: 35,731 Mrd Euro). Bereinigt um Wechselkurseffekte ergab sich ein Plus von 13 Prozent.

Hohe Belastung Durch MMC

Daimlerchrysler wies darauf hin, dass der Nettoverlust aus der Beteiligung am maroden japanischen Autobauer Mitsubishi Motors das Konzernergebnis mit fast 500 Millionen Euro belastet habe. Durch den Rückzug aus dem Engagement bei MMC wird die Beteiligung ab dem 30. Juni als zum Marktwert bilanziertes Investment in den Konzernabschluss einfließen.

Unterdessen geht der permanente Aufschwung bei der US-Tochter Chrysler weiter. Die Mannschaft um Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat es trotz enormen Wettbewerbsdrucks geschafft, das vierte Mal in Folge schwarze Zahlen vorzulegen. Hatte Chrysler im zweiten Quartal des vergangenen Jahres noch einen Fehlbetrag von fast einer Milliarde Euro (948 Mio) präsentiert, fuhr der drittgrößte US-Autobauer nun einen operativen Gewinn von 516 Millionen Euro ein. Hier wirkten sich die von Chrysler-Chef Dieter Zetsche massiv angegangenen Kostensenkungen und die Modelloffensive aus, die zu einem Absatzplus von 3 Prozent im zweiten Quartal führte. Zuletzt hatte Chrysler zudem seine kostspieligen Verkaufanreize reduzieren können.

Mercedes CAR Group Schwächelt

Hingegen schwächelte die wichtigsten Sparte des Konzerns, die Mercedes Car Group, im zweiten Quartal: Hier ging das operative Ergebnis von 861 auf 703 Millionen Euro (Durchschnittsprognose: 778 Mio Euro) zurück. Der Konzern macht dafür einen rückläufigen Absatz in wichtigen Märkten verantwortlich. Zudem sei die Nachfrage durch Modellwechsel wie etwa bei der A-Klasse schwach. Hinzu seien Belastungen aus kostspieligen Modellanläufen sowie hohe Vorleistungen für neue Produkte und die Weiterführung der Qualitätsoffensive gekommen. Nach bisherigen Aussagen hofft der Konzern dank neuer Modelle wie SLK und C-Klasse für die Sparte aber mit einer Verbesserung bis Jahresende.

Auch die Nutzfahrzeugsparte trug wesentlich zur Ergebnisverbesserung bei. Dank starker Nachfrage im In- und Ausland konnte sie ihr operatives Ergebnis von 222 auf 468 Millionen Euro steigern (Durchschnittsprognose: 326 Mio Euro). Die Sparte hatte ihren Absatz im zweiten Quartal weltweit um 47 Prozent auf knapp 185.000 Fahrzeuge gesteigert.

In der Finanzsparte stieg das operative Ergebnis um 41 Prozent auf 472 Euro (Durchschnittsprognose: 356,5 Mio Euro). Maßgeblich seien hier eine verbesserte Profitabiltät des Gesamtportfolios und der geringere Bedarf nach Risikovorsorge gewesen. Insgesamt sei das Neugeschäft um 11 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro gestiegen. Es wurden weltweit 578.100 (Vj: 503.200) neue Verträge abgeschlossen. Sowohl in Nordamerika, als auch Europa, Asien und Lateinamerika verzeichnete die Sparte Zuwächse.

Ausblick - Cordes Neuer Mercedes-Chef

Für den Rest des Jahres rechnet der Konzern damit, dass die Weltwirtschaft ihren derzeitigen Wachstumskurs beibehalten und die Konjunktur der Eurozone sich allmählich beleben wird. Auf den großen Pkw-Märkten erwartet der Konzern nur moderate Zuwächse. Auf den Lkw- und Transportermärkten in Europa erwarten die Stuttgarter eine leichte Steigerung, während sich das Segment Busse stabilisieren sollte. Jedoch dürfte der Wettbewerbsdruck wegen hoher Überkapazitäten anhalten.

Unterdessen dreht sich im Konzern das Personalkarussell. Wie der Konzern bereits am Morgen in Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung mitgeteilt hatte, soll wie bereits von Beobachtern erwartet der bisherige Nutzfahrzeugchef Eckhard Cordes Nachfolger von Jürgen Hubbert an der Spitze der Mercedes Car Group werden. Gleichzeitig wechselt der bisherige smart-Chef Andreas Renschler an die Spitze der Nutzfahrzeugsparte. Seinen Chefposten bei dem Kleinwagenhersteller in Böblingen übernimmt Ulrich Walker. Die Nachfolge für Konzernlenker Jürgen Schrempp, dessen Vertrag noch bis 2008 läuft, ist hingegen weiter ungeklärt.

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