DaimlerChrysler in der Kritik
DWS: "Nur Fiat ist schlechter"

Die Fondsgesellschaft DWS hat auf der Hauptversammlung des Automobilherstellers Daimler-Chrysler AG die Kursentwicklung der Aktie und die zahlreichen "Baustellen" bemängelt. "Seit der Fusion mit Chrysler gehört die Aktie zu den Schlusslichtern der Autobranche - nur noch unterboten von Fiat", kritisierte Klaus Kaldemorgen, Leiter des Aktienfondsmanagements der DWS, am Mittwoch in Berlin.

 

vwd BERLIN. Ohne die Chrysler-Fusion hätte die Daimler-Aktie vermutlich einen ähnlichen Aufschwung wie die BMW-Titel erfahren. Die Fondsgesellschaft hält in ihren Portfolios nach eigenen Angaben derzeit 6,85 Mio DaimlerChrysler-Aktien. Er sehe zudem die Gefahr, dass die "größten Baustellen" dem Konzern Probleme machen könnten, sagte Kaldemorgen weiter.

In einer "gefährlichen Zwickmühle" befinde sich Chrysler. Zwar begrüße die DWS die Zurückhaltung von Chrysler, sich der aggressiven Finanzierungspolitik der US-Konkurrenten anzuschließen. Dies habe jedoch einen Rückgang des Marktanteils auf 13,2 von 16,2 Prozent im Jahr 1998 bewirkt und den Kostendruck verstärkt.

Als "Klotz am Bein" sieht die Deutsche-Bank-Tochter die Lkw-Sparte des Stuttgarter Konzerns. Die Konsolidierung sei ins Stocken geraten. Kaldemorgen regte eine Ausgliederung des Lkw-Geschäfts mit anschließendem Börsengang nach dem Beispiel Siemens/Infineon an. Bei Mitsubishi Motors sei mit einem Schuldenberg zu rechnen, dessen Höhe noch unbekannt sei. Die Frage nach dem Zeitpunkt der Konsolidierung der Beteiligung in der Konzernbilanz sei unbeantwortet.

Er forderte das Management auf, eine aktuelle Einschätzung der Finanzrisiken bei Mitsubishi und Hyundai vorzunehmen, "insbesondere unter der Berücksichtigung der eher ungünstigen Automobilkonjunktur". Als "Besorgnis erregend" bezeichnete der DWS-Aktienleiter auch die Nachrichten über angebliche Qualitätsmängel bei Mercedes. Hier sei zu fragen, ob der Druck zu Kosteneinsparungen zu Lasten der Qualität gehe und ob es Motivationsprobleme bei der Belegschaft gebe. Kritisch sehe er auch nach wie vor das Projekt smart, das Pressemeldungen zufolge bis zum Jahr 2004 2,5 Mrd Euro verschlingen wird.

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