„Damals: Holocaust - heute: Babycaust"
Urteil: Kritiker darf Abtreibung als „Mord“ angeprangern

Frauenärzte, die Abtreibungen vornehmen, müssen Beschimpfung ihrer Arbeit als "Mord" und "neuer Holocaust" hinnehmen. Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe billigte in einem am Mittwoch verkündeten Urteil entsprechende Proteste eines radikalen Abtreibungsgegners.

HB/dpa KARLSRUHE. Zwar liege darin "ein erheblicher Vorwurf und eine spürbare Kränkung". Weil es beim Thema Schwangerschaftsabbruch jedoch um eine fundamentale Frage gehe, müsse sich der Mediziner auch drastisch formulierte Kritik gefallen lassen. (Aktenzeichen: sechs U 189/02 vom 23. April 2003)

Das OLG gab damit dem selbst ernannten Lebensschützer Klaus Günter Annen aus Weinheim bei Mannheim Recht. Weil das OLG Stuttgart - im Gegensatz zu der Karlsruher Entscheidung - Annen in einem ähnlichen Fall zur Unterlassung verurteilt hatte, wird sich voraussichtlich der Bundesgerichtshof (BGH) mit dem Fall befassen. Das Karlsruher OLG hat die Revision zugelassen. Der BGH hatte einen früheren Slogan Annens ("Damals: Holocaust - heute: Babycaust"), der bereits in eine Flut von Prozessen verwickelt war, als zulässige Meinungsäußerung angesehen.

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