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Damen-Nationalmannschaft: Hilfe von Klaus Hofsäß

Mit Herzblut und schonungsloser Offenheit nimmt Barbara Rittner ihre neue Aufgabe als Chefin des zerstrittenen Fedcup-Teams in Angriff. Und schon vor ihrem offiziellen Amtsantritt am 1. Januar 2005 konnte die 31-Jährige in Hamburg einen ersten Erfolg vermelden.

dpa HAMBURG. Mit Herzblut und schonungsloser Offenheit nimmt Barbara Rittner ihre neue Aufgabe als Chefin des zerstrittenen Fedcup-Teams in Angriff. Und schon vor ihrem offiziellen Amtsantritt am 1. Januar 2005 konnte die 31-Jährige in Hamburg einen ersten Erfolg vermelden.

Dank bester Kontakte zu Klaus Hofsäß gewann Barbara Rittner den früheren Bundestrainer, der 1987 und 1992 auch mit der heutigen Chefin den Fedcup gewonnen hat, als prominenten Sponsor für die Damen-Nationalmannschaft. Der 56-Jährige lässt die in die Zweitklassigkeit abgerutschten Spielerinnen des Deutschen Tennis Bundes (DTB) künftig kostenlos bei idealen Bedingungen in seinem Tenniscamp in Marbella trainieren.

"Klaus brennt noch wie früher und er hat zugesagt, dass er zum ersten Spiel unter meiner Leitung kommt", sagte Barbara Rittner, die zwei Tage bei Hofsäß war, um sich Rat zu holen. Dass Deutschland in der Weltgruppe II am 23./24. April zunächst ein Heimspiel gegen Indonesien hat, sieht sie als "guten Grundstein, um kurzfristig Erfolg zu haben". Wo gegen Indonesien gespielt wird, steht noch nicht fest, wohl aber, auf welchem Belag: "Die haben uns im Juli bei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und 60 Grad auf einem reflektierenden Rebound-Ace-Platz spielen lassen. Wir werden tiefe, nasse, kalte Asche wählen - am liebsten bei Nieselregen", meinte Rittner.

Bis es soweit ist, hat die bis zu den US Open vor zehn Wochen selbst noch aktive Tennis-Expertin einige Baustellen zu beackern. Um die Probleme in der Mannschaft zu lösen und nach dem Vorbild von Patrik Kühnen und den Daviscup-Spielern wieder Teamgeist zu entfachen, helfe nur ein Mittel: Gesprächsbereitschaft auf der Basis schonungsloser Offenheit.

Immerhin hat sie bereits erreicht, dass sich die als Weltranglisten-68. derzeit bestplatzierte Deutsche, Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) und ihr Trainer Rafael Font de Mora, bei den Australian Open in Januar mit ihr an einen Tisch setzen wollen, um Missverständnisse zu beseitigen. "Ich bin überzeugt von Anna. Sie wird als Nächste in die Top 50 vorstoßen und kann eine Führungsspielerin für die Zukunft sein", meinte die Fedcup-Chefin.

Mit Anca Barna (Nürnberg/Weltranglisten-84.), die seit einem Streit mit dem jetzigen DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard nicht mehr im Fedcup gespielt hat, gab es bereits telefonischen Kontakt. Von Marlene Weingärtner (Heidelberg/71.), die sich über mangelnde Unterstützung vom Verband beklagt hat, verlangt Barbara Rittner, dass sie Verantwortung übernimmt und ihr Potenzial ausschöpft: "Sie hat das meiste Talent und könnte, wenn sie mal ohne Verletzungen durchs Jahr kommen würde, eine Top-20-Spielerin sein." Vierte Kandidatin für einen Einsatz im April ist Julia Schruff (Stuttgart/108.).

Auch den Nachwuchs wird Barbara Rittner stärker einbinden. Sie arbeitet daran, dass die beiden hoffnungsvollsten Talente - die 16 Jahre alte Angelique Kerber (Neumünster) und die 17-jährige Andrea Petkovic (Darmstadt) - künftig vielleicht gemeinsam trainieren und auf diese Weise vorwärts kommen.

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