Damen sichern sich Platz drei
Deutsche Hockey-Herren verlängern Abo auf EM-Titel

Zwei Torhüter in Top-Form gaben im Endspiel gegen Gastgeber Spanien den Ausschlag zu Gunsten des Teams von Trainer Bernhard Peters: Im Siebenmeter-Schießen machten sie den vierten Titel in Folge für das DHB-Team perfekt und sicherten der Mannschaft zugleich das Olympia-Ticket für Athen.

HB BARCELONA. Dank eines "fliegenden Wechsels" im Tor haben die deutschen Hockey-Herren bei der in Barcelona gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und ihrer Erfolgs-Geschichte ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Zwar war das 5:4 (1:1 n.V.) im Endspiel über Gastgeber Spanien vor allem den starken Torhütern Clemens Arnold und "Siebenmeter-Töter" Christian Schulte sowie viel Glück zu verdanken, doch Bernhard Peters führt den vierten EM-Triumph in Serie auf die Klasse seiner Mannschaft zurück.

"Unsere große Stärke ist, für jede Situation die passenden Leute zu haben. Jung und alt, die Mischung ist überragend", lobte der Bundestrainer seine Asse, die Welt- und Europameister auf dem Feld und in der Halle sind. Peters nannte seine Akteure die "wahren Profis", auch wenn sie wie Amateure entlohnt werden. "Erfolgreicher als die Jungs kann man gar nicht sein." Der überwiegend aus Studenten bestehende Kader habe ein "Zeit-Management, da könnten sich andere eine Scheibe abschneiden." Sie bauen ihre Examina und sammeln nebenbei die Titel.

Daher ärgert es ihn maßlos, dass die erfolgreichste olympische Spielsportart im Fernsehen kaum vorkommt. "Die berichten lieber über Spieler, die vier Trainingseinheiten pro Wochen absolvieren und sonst nur auf der Couch liegen. Und ob Effenbergs Hund Windpocken hat, ist interessanter als der wahre Leistungssport", ereiferte er sich. Dass seine Asse ausgerechnet im Finale ihre Top-Leistung nicht abriefen, aber dennoch siegten, führt er zurück auf "die große mentale Stärke in einem gefestigten Team. Es siegt auch ohne spielerische Brillanz."

Basis der Erfolge ist auch eine optimale Planung. So verzichtete der Coach auf die Teilnahme an der Champions Trophy, um sich auf den Saison-Höhepunkt zu konzentrieren. "Die Entscheidung war 100 % richtig. Die Holländer, die uns kritisiert haben, wurden Vierte, weil sie platt waren", so Peters. Er selbst hatte das Happy End im Duell mit den "sensationell guten Spaniern" (DHB-Chef Christoph Wüterich) mit einer Entscheidung erzwungen, die im Fußball wohl kein Trainer gewagt hätte. Peters ersetzte den überragenden Stammkeeper Arnold, der das stark wie lange nicht unter Druck geratene DHB-Team mit sechs parierten Strafecken ins "Shootout" rettete, durch Strafstoß-Experte Schulte, der mit zwei gehaltenen Schüssen zum Matchwinner avancierte.

"Deswegen hat ihn der liebe Gott 20 Zentimeter größer gemacht", sagte Peters über den lange vorher ausgetüftelten und oft geprobten Wechsel im Tor. 1,99-m-Mann Schulte verriet sein Erfolgsrezept: "Ich schaue mir die Gegenüber genau an. Der einfache Typ zielt eher nach links oben, der extravagante nach rechts."

Für die deutschen Hockeyspielerinnen hatte ausgerechnet Fanny Rinne die Weichen für die Zukunft gestellt. Mit ihren drei Toren zum 3:1 (2:0) über England führte sie ihr Team auf Platz drei - und dürfte ihrem bisher als Interimscoach fungierenden Lebensgefährten Markus Weise die "Beförderung" zum Damen-Chefcoach gesichert haben. "Es spricht viel dafür, den eingeschlagenen Weg fortzuführen", bestätigte Sportdirektor Lutz Nordmann. Weise hatte zuvor schon betont: "Natürlich bin ich bereit, weiterzumachen." Der 40 Jahre alte Lemmen-Nachfolger muss die verjüngte Auswahl im März durch die schwere Olympia-Qualifikation in Auckland/Neuseeland führen. Nur fünf von zehn Teams lösen das Ticket für Athen 2004. EM-Champion Niederlande (5:0 im Finale über Spanien) ist direkt qualifiziert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%