Damengeschäft soll 2002 profitabel werden
Boss schneidert weiter am Erfolg

Hugo Boss will sich aus eigener Kraft als ein international führendes Modeunternehmen etablieren. "2000 war unser bestes Geschäftsjahr" sagt Vorstandschef Werner Baldessarini. Das Umsatzplus lag ohne Währungseffekte bei 18 %, der Jahresüberschuss konnte fast verdoppelt werden.

dpa METZINGEN. Hugo Boss will sich aus eigener Kraft als ein international führendes Modeunternehmen etablieren. Zukäufe seien nicht geplant, sagte Vorstandschef Werner Baldessarini am Montag in Metzingen. "Unsere Marken haben ein ungeheures Potenzial", meinte der 56-Jährige. "Wir sind ziemlich fit für übermorgen." Im laufenden Geschäftsjahr will der Herren- und Damenausstatter weiter wachsen: Der Umsatz soll um 16 % auf 2,1 Mrd. DM (1,1 Mrd Euro) klettern, beim Ergebnis nach Steuern rechnet die Hugo Boss AG mit einem Plus von 13 % auf 220 Mill. DM. Im neu angelaufenen Damengeschäft soll 2001 ein Umsatz von 110 Mill. DM erzielt werden.

"2000 war unser bestes Geschäftsjahr", resümierte Baldessarini. Das Umsatzplus lag ohne Währungseffekte bei 18 %, der Jahresüberschuss konnte fast verdoppelt werden. Überdurchschnittlich legten die umsatzschwächeren Segmente Hugo für junge Leute und die Luxusmarke Baldessarini zu. Bei der Kernmarke Boss entwickelte sich die Sportswear am besten. Große Sprünge machte das Unternehmen vor allem in den USA, wo demnächst auf der New Yorker Fifth Avenue ein 2000 Quadratmeter großer Shop eröffnet werden soll. Das Lizenzgeschäft legte um 41 % zu. Trotz der blendenden Zahlen ging der Kurs der Vorzugsaktien bis zum Mittag leicht um 0,63 % auf 346,80 Euro zurück.

Werner Baldessarini präsentierte sich im neuen Boss-Gebäude gut gelaunt und wie gewohnt ohne Schlips. Sein Name ziert inzwischen auch einen eigenen Shop in Frankfurt/Main. Zugpferd der neuen Werbekampagne für die feine Baldessarini-Garderobe, die 80 % mehr als die Marke Boss kostet, ist der Schauspieler Heiner Lauterbach. "Und seine neue Freundin", freute sich Baldessarini. Mode sei ein "zappeliges Geschäft", bemerkte er. Deshalb solle Hugo Boss für Verlässlichkeit und Berechenbarkeit stehen und weltweit mit dem gleichen Markenaufritt um Kunden werben. Die Fertigung in Izmir werde weiter ausgebaut. Die Neueinstellungen in der türkischen Stadt machten auch das Gros des Mitarbeiterwachstum aus, das bei 31 % lag: Insgesamt arbeiteten 2000 im Schnitt 3 394 Beschäftigte bei Hugo Boss. ;

Damengeschäft soll 2002 profitabel werden

An den Prognosen für das Damengeschäft hält Baldessarini fest. In diesem Jahr ist noch ein Verlust in Höhe von 20 Mill. DM eingeplant, für 2002 werden bereits die ersten Gewinne erwartet. Im Frühjahr sollen 41 Boss Woman-Shops eröffnen. Boss gehört mehrheitlich dem italienischen Wollweber Marzotto, der 77,6 % der stimmberechtigten Stammaktien hält. Die Dividende für 2000 wird wie bereits berichtet um je 3 Euro auf 7,00 Euro für die Stämme und 7,07 Euro für die Vorzüge erhöht. Die Aktien sollen im Verhältnis 1:10 gesplittet werden.

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