Dank des starken Abscheidens der Grünen Umwelttitel gefragt
Die Wahl lässt Anleger kalt

"Das darf doch nicht wahr sein", entfährt es Thomas Lang. Was der Vorstand des Düsseldorfer Börsenmakler Lang & Schwarz sieht, gefällt ihm gar nicht. Ihn erregt aber nicht die Prognose des Wahlergebnisses, die soeben um kurz nach 18.00 Uhr über die Schirme flimmerte, sondern die Zwischenstände der Sonntagsspiele der Bundesliga - und Langs Lieblingsverein, Borussia Mönchengladbach, liegt gegen Schalke zurück.

ali DÜSSELDORF. Doch wenige Minuten später bekommt der Aktienhandel etwas Leben und Langs Händler Arbeit. "Dank des starken Abscheidens der Grünen sind Umwelttitel wie Plambeck oder Nordex gefragt", sagt Händler Björn Fromkorth. Der Börsenmakler Lang & Schwarz stellt auch am Wochenende und nach Börsenschluss Kurse. Anleger können über ihren Direktbroker diesen außerbörslichen Handel nutzen und so auf aktuelle Entwicklungen reagieren.

Der Börsenmakler rechnet mit lebhaftem Geschäft: "Wir sind doppelt so stark besetzt wie an normalen Sonntagen", erläutert Lang. Die Derivatehändler des Maklers haben aber bislang nichts zu tun und spielen Karten. Auch der Aktienhandel schleppt sich dahin. "Die meisten Geschäfte liefen schon vor der Veröffentlichung der Prognose, haben also nichts mit der Wahl zu tun", sagt Händler Fromkorth. Allianz waren gefragt, auch MLP-Aktien wurden gekauft.

Vor den Handelsmonitoren stapeln sich Chipstüten und Erdnüsse - Nervennahrung für den Wahlabend; über den Schirmen hängt ein Fernseher an der Wand, damit die Händler keine Hochrechnung verpassen. Den Politikerstatements schenkt niemand Aufmerksamkeit. Der Hochrechnung der ARD aber schon, die um 18.45 Uhr über den Schirm flimmert. Danach hat das bürgerliche Lager eine hauchdünne Mehrheit. Die Anleger reagieren: "Die Nordex-Stücke, die ich eben verkauft habe, kommen jetzt wieder zurück", sagt Fromkorth, während er per Mausklick das Geschäft bestätigt. Ansonsten ist nicht viel los. "Ich hatte mit mehr Handel gerechnet", zeigt sich Makler-Vorstand Lang enttäuscht und hat auch gleich eine Erklärung für das müde Geschäft parat: "Die Anleger sind ratlos. Das Ergebnis ist zu knapp. Und das ist auf jeden Fall schlecht für die Wirtschaft."

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