Danke Portugal
USA trotz 1:3 im Achtelfinale

Die USA sorgen in einer an Überraschungen ohnehin nicht armen WM für die nächste Sensation - ohne viel dafür zu können. Aufgrund der 0:1-Niederlage des "Geheimfavoriten" Portugal gegen Südkorea reicht den Amerikanern ein 1:3 gegen die schon ausgeschiedenen Polen zum Weiterkommen.

dpa DAEJEON. Dank der Schützenhilfe von Mit-Gastgeber Südkorea haben die USA trotz einer klaren 1:3 (0:2)-Niederlage gegen Polen den Einzug in das Achtelfinale der 17. Fußball- Weltmeisterschaft geschafft. Emmanuel Olisadebe (3.) mit dem schnellsten Tor dieser WM, Pawel Kryszalowicz (5.) von Eintracht Frankfurt und der eingewechselte Marcin Zewlakow (66.) erzielten am Freitag vor 35 000 Zuschauern in Daejon die Tore zum ersten WM-Sieg Polens im Turnierverlauf, der das Ausscheiden aber nicht mehr verhindern konnte.

Dagegen feierte die USA-Elf, für die Landon Donovan in der 83. Minute das Ehrentor schoss, gemeinsam mit den südkoreanischen Anhängern trotz der Schlappe ihr Weiterkommen, da Südkorea die favorisierten Portugiesen zu gleicher Zeit in Incheon mit 1:0 bezwungen hatte. In der Endabrechnung der Gruppe D rangiert die USA mit vier Punkten einen Zähler vor Portugal auf Rang zwei und trifft im Achtelfinale am Montag (08.30 Uhr MESZ) in Jeonju nunmehr auf Mexiko.

Bei angenehmen Temperaturen von rund 20 Grad erwischten die Polen, die ihre Startelf nach dem blamablen 0:4 gegen Portugal gleich auf sechs Positionen neu besetzt hatten, einen Start nach Maß. Nach einer Ecke schoss Torjäger Olisadebe schon nach drei Minuten aus Nahdistanz zur Führung und zum ersten WM-Endrundentreffer Polens seit 1986 ein. Nur zwei Minuten später legte Pawel Krzynowek für Kryszalowicz auf, und der ließ USA-Torhüter Brad Friedel aus Nahdistanz keine Chance.

Die Amerikaner steckten den Doppelschlag zwar relativ unbeeindruckt weg und versuchten, das Geschehen an sich zu reißen. Mehr als optische Überlegenheit sprang nicht heraus. Die Stürmer konnten die umformierte gegnerische Abwehr, in der die beiden Schalker Profis Tomasz Hajto und Tomasz Waldoch fehlten, nicht in Verlegenheit bringen. Die beste Möglichkeit resultierte noch aus einem Distanzschuss von John O'Brien (44.), der knapp über das erstmals von Radoslaw Majdan gehütete polnische Gehäuse strich.

Zu diesem Zeitpunkt hätte es aber bereits 3:0 stehen können, denn Majdans Vorderleute fühlten sich angesichts des Spielstandes zu kreuzgefährlich Kontern ermutigt. Maciej Zurawski traf nach 29 Minuten nur den linken Pfosten, und hätte Friedel nach 44 Minuten bei einem 25-Meter-Knaller von Krzynowek nicht glänzend reagiert, wäre wohl bereits zur Pause die endgültige Entscheidung gefallen gewesen.

Die besorgte schließlich der gerade erst eingewechselte Zewlakow, der einen Freistoß von Marek Kozminski per Kopf unhaltbar für Friedel ins Netz verlängerte. Zurawski hatte sogar noch das 4:0 auf dem Fuß, aber sein Foulelfmeter wurde von Friedel in Klasse-Manier gehalten. Zuvor hatte der Nürnberger Tony Sanneh den starken Kryszalowicz zu Fall gebracht. In der Schlussphase wurden die anhalten Bemühungen der US-Amerikaner mit dem Treffer von Donovan doch noch belohnt.

Statistik zum Spiel:

Polen: Majdan - Klos (89. Waldoch), Zielinski, Glowacki, Kozminski - Kucharski (65. Marcin Zewlakow), Murawski, Krzynowek, - Olisadebe (86. Sibik), Kryszalowicz, Zurawski

USA: Friedel - Sanneh, Agoos (36. Beasley), Pope, Hejduk - Stewart (67. Jones), Reyna, O'Brien, Donovan - Mathis, McBride (58. Moore)

Schiedsrichter: Jun Lu (CHN)

Zuschauer: 35 000

<<p>b>Tore: 1:0 Olisadebe (3.), 2:0 Kryszalowicz (5.), 3:0 Zewlakow (66.), 3:1 Donovan (83.)

Gelbe Karten: Majdan, Kozminski, Kucharski, Olisadebe / Donovan

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