Dann Wachstum von 2,2 Prozent
Ifo-Institut rechnet im nächsten Jahr wieder mit Aufschwung

Das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) rechnet für das nächste Jahr wieder mit einem Aufschwung. In ihrem Halbjahresgutachten zur wirtschaftlichen Gesamtentwicklung in Deutschland, dass am Donnerstag in Dresden vorgestellt wurde, gehen die Experten davon aus, dass die nach wie vor anhaltende Konjunkturflaute in diesem Jahr ihren Tiefpunkt erreicht haben wird.

ap DRESDEN. Nach der vorliegenden Prognose wird das Wachstum im Jahr 2001 lediglich 1,2 % betragen. Bereits im nächsten Jahr sei dann aber wieder mit einem Anziehen der Konjunktur zu rechnen. Die Wirtschaftsforscher rechnen dann mit einem Wachstum von 2,2 %.

Die Forscher wiesen vor allem auf die Verlangsamung der Weltkonjunktur aber auch den unerwartet starken Preisschub bei Energie und Nahrungsmitteln. Der starke Verbraucherpreisanstieg habe die private Nachfrage so stark gedämpft, dass die zu Beginn des Jahres 2001 in Kraft getretene Steuerreform und die damit verbundene Senkung von Abgaben nicht zum Tragen gekommen sei. Der positive Effekt auf die private Nachfrage sei ausgeblieben, heißt es in dem Gutachten. Nach wie vor belaste auch die Rezession in der Bauwirtschaft die Gesamtkonjunktur.

Dies gelte nicht nur für die neuen Bundesländer, sondern ebenso für Westdeutschland. Auch bei den Exporten, die noch bis Ende 2000 wegen der Euro-Schwäche kräftig gestiegen seien, hätte sich nach der Jahreswende rasch ein Rückgang bemerkbar gemacht. Nach Ansicht der Experten hinterlässt die Konjunkturschwäche ferner negative Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Mit einer nachhaltigen Verbesserung werde dort nicht gerechnet. Für das laufende Jahr 2001 geht das Gutachten von 3,8 Mill. Arbeitslosen aus und für das nächste Jahr wird mit 3,7 Mill. gerechnet. Das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Menschen ohne Job bis zum Herbst nächsten Jahres unter die Marke von 3,5 Mill. zu senken, werde so nicht erreicht.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland werde von zwei gegenläufigen Entwicklungen gekennzeichnet. Einer rückläufigen Baubranche stehe andererseits eine nach oben gerichtete Tendenz in der Industrie und im Dienstleistungsbereich gegenüber. Dieser Sektor habe sich in den vergangenen Jahren deutlich schneller entwickelt als in Westdeutschland. Ein Aufholprozess sei erkennbar. Trotz der überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern sei der Lebensstandard der Bevölkerung in Ostdeutschland aber deutlich gestiegen.

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