Dannenmann als Vorsitzender des Gremiums im Gespräch
Süddeutscher Verlag plant neue Führungsstruktur

Nach dem Einstieg der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH) als neuer Gesellschafter plant der Süddeutsche Verlag eine neue Führungsstruktur. Zwischen Geschäftsführung und Gesellschafter werde ein dreiköpfiger so genannter Lenkungsausschuss geschaltet, der die Geschäftsführung vor allem bei der Umsetzung der geplanten Restrukturierung beraten und überwachen solle, bestätigte ein Sprecher des Süddeutschen Verlags ("Süddeutsche Zeitung") am Montag.

Reuters MÜNCHEN/STUTTGART. . "Die personelle Zusammensetzung steht aber noch nicht fest", fügte er hinzu. Das neue Gremium, das die Dominanz der in der Vergangenheit oft uneinigen Gesellschafter beschneidet, werde wahrscheinlich Anfang 2003 erstmals zusammentreten.

Der unter der Medienkrise leidende Süddeutsche Verlag bekommt mit dem Einstieg der SWMH ("Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten") als sechster Gesellschafter mit einem Anteil von 18,75 Prozent eine nötige Kapitalspritze. In der Branche wird der Lenkungsausschuss als verlängerter Arm des Gesellschafters aus dem Südwesten gesehen, der damit das operative Geschäft besser kontrollieren kann. Denn den Vorsitz des Gremiums werde der neue Gesellschafter bestimmen und der aussichtsreichste Kandidat dafür sei SWMH-Geschäftsführer Jürgen Dannenmann, hieß es in Branchenkreisen.

Dannenmann hatte sich am Wochenende zum ersten Mal zu dem Einstieg beim Süddeutschen Verlag geäußert und dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zufolge "weiter gehende Ambitionen" bei dem Münchener Verlagshaus nicht ausgeschlossen. Dannenmann habe bestätigt, die Südwestdeutsche Medienholding habe sich ein Vorkaufsrecht auf frei werdende Anteile des Verlags ausbedungen, wie es die bisherigen Gesellschafter ebenfalls besitzen, hieß es in dem Magazin. Die Stuttgarter könnten auch über eine weitere Kapitalerhöhung ihren Anteil erhöhen, wenn der Süddeutsche Verlag wieder Geld brauche.

Der Verlag der "Süddeutschen Zeitung" will mit dem Abbau von insgesamt 950 Arbeitsplätzen, dem Verkauf von Randaktivitäten und weiteren Einsparungen aus den roten Zahlen herauskommen. Für 2003 peilt das Haus eine schwarze Null an, für 2004 einen zweistelligen Millionengewinn.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%