Danone hat weiterhin Interesse
Langwieriger Übernahmepoker um Quaker Oats erwartet

Bis zu einem möglichen Verkauf des Frühstücksflocken- und Sportgetränkeherstellers Quaker Oats Co. muss offenbar mit einem langwierigen Übernahmepoker zwischen Quaker und interessierten Unternehmen gerechnet werden.

Reuters CHICAGO. Mit seiner rentablen Sportgetränke-Marke Gatorade hat Quaker nach Ansicht von US-Analysten eine gute Position bei Übernahmeverhandlungen und keine Nöte, eilig zu einem Abschluss zu kommen. Das Unternehmen könne lange Zeit unabhängig operieren und werde seine Entscheidung stark vom Namen des Bieters und der Preisofferte abhängig machen, hieß es. "Ich glaube nicht, dass dies durch einen großen Schlag vorbei sein wird", sagte Terry Bivens, Analyst beim Investmenthaus Bear Stearns. Quaker sei es gewohnt als Unternehmen betrachtet zu werden, was nicht verkauft werden wolle.

Interesse an einer Übernahme des US-Unternehmens hatten zuletzt unter anderem sowohl die beiden Getränkekonzerne Coca-Cola und Pepsi als auch der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle bekundet. Am Dienstag teilte jedoch das Board von Coca-Cola mit, nun doch keine Offerte für den Sportgetränkehersteller zu unterbreiten. In einem internen Brief hieß es, das Board ziehe vor, sich weiterhin auf sein bestehendes Geschäft, das derzeit umstrukturiert werde, zu konzentrieren. Aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen hatte es zuvor geheißen, der weltgrößte Getränkekonzern stünde kurz vor einem erfolgreichen Aktienangebot zwischen 1,8 und 1,9 Coca-Cola-Aktien je Quaker-Aktie. Damit wäre Quaker Oats mit rund 13 Mrd. $ bewertet worden.

Zu Beginn des Monats hatte es in Kreisen geheißen, PepsiCo habe dem Sportgetränkehersteller eine Basisofferte von mindestens 103 $ pro Aktie unterbreitet, der Quaker jedoch keine Beachtung geschenkt habe. Analysten rechnen jedoch weiterhin mit Coca-Colas Rivalen. Mindestens ein Unternehmen habe parallel zu den Verhandlungen mit Coca-Cola Gespräche mit Quaker geführt, berichteten mit der Situation vertraute Branchenkreise.

Danone bestätigt Interesse

Am Mittwoch bestätigte außerdem der französische Lebensmittelkonzern Danone sein Interesse an einer Übernahme des US-Unternehmens. Nach Einschätzung von Analysten würde Quaker die Geschäfte von Danone in einigen Bereichen gut ergänzen. Als Problem könne sich jedoch der voraussichtlich sehr hohe Übernahmepreis erweisen, der einem Branchenanalyst zufolge bei 15 Mrd. $ liegen könnte. Das sei ein großer Brocken für Danone, deren Marktkapitalisierung derzeit bei 22 Mrd. $ liege. Skeptisch stimmmt die Analysten zudem, dass der Name Danone in der Vergangenheit wiederholt unter den Bietenden für Übernahmen im Nahrungsmittelbereich gefallen sei.

Hoch auf der Kandidatenliste sehen Marktbeobachter auch den Schweizer Konzern Nestle. Seine großen Nahrungsmittel- und Getränkesparten würden sich gut mit den Geschäftsfeldern von Quaker vertragen, sagte der Herausgeber der Zeitschrift "Beverage Digest", John Sicher. Nestle habe Kreisen zufolge innerhalb der vergangenen Jahre mit Quaker bereits Gespräche über dessen Frühstücksflocken-Sparte geführt.

Die Übernahmespekulationen hatten an der Börse bereits zu einem regen Handel von Derivaten geführt. 5600 Call- und 2996 Putoptionen für Quaker wurden am Mittwoch im frühen Handel an der Philadelphia Stock Exchange gezählt, verglichen mit durchschnittlich 1730 Verträgen pro Tag. An der Wall Street schloss das Quaker-Papier bei einem schwachen Marktumfeld am Mittwoch knapp acht Prozent tiefer bei 87 $.

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