Darauf hat die (Börsen-)Welt gewartet
Börsentäglich nackte Tatsachen

Gute Nachrichten verbreiten sich schnell. Von strippenden Ansagerinnen vorgetragene Nachrichten werden sogar bezahlt.

Eine Idee, deren Zeit gekommen ist, ist durch nichts aufzuhalten. Nach dem Erfolg des News-Service Nakednews.com entblättern sich jetzt auch Moderatorinnen unter marketwrapunwrapped.com. Auf der australischen Website kann der registrierte Nutzer den zwei Ansagerinnen per Streaming beim Verlesen des Börsenberichts - und natürlich beim Strippen zusehen. Die Bodenbildung ist allerdings bei Strapsen und BH erreicht, ganz nackte Tatsachen werden nicht präsentiert.

Nach Angaben der Betreiber interessierten sich bereits 15 000 Nutzer in nur zwei Wochen für das Angebot, steigende und fallende Kurse mit wogenden Brüsten zu kombinieren. Da sage noch einer, Börsianer hätten nur die Finanzwelt im Kopf!

Damit folgen die australischen Anbieter dem kanadischen Vorreiter Nakednews.com, der mit seinen enthüllenden Internet-Nachrichten - bei denen acht Moderatorinnen und vier Moderatoren am Ende der Nachrichten nur noch mit dem Mikrofon bekleidet sind - sogar den Sprung ins Kabelfernsehen schaffte. Fast überflüssig zu erwähnen: Sowohl der australische Firmenchef Sam Ruddock als auch Kathy Pinckert, Vizepräsidentin von Nakednews, haben als User vor allem männliche Nutzer im Visier.

Diese könnten sich, wenn sie von einem deutschen Arbeitsplatz aus surfen, allerdings eine Menge Probleme einhandeln.

Nachdem sich die Arbeitsgerichte bisher nur vereinzelt mit der Problematik des privaten Surfens am Arbeitsplatz beschäftigt haben, und die Urteile arbeitnehmerfreundlich ausfielen, wird jetzt härter durchgegriffen. Das Arbeitsgericht Hannover bestätigte in einem aktuellen Urteil die fristlose Kündigung eines Arbeitnehmers. Obwohl das private Surfen vom Arbeitgeber auf der Grundlage einer Betriebsvereinbarung untersagt war, hatte der Mann Dateien mit pornographischem Inhalt auf den betrieblichen PC heruntergeladen und sogar eine anzügliche Homepage vom Arbeitsplatz aus verwaltet.

Das ging den Richtern aus Niedersachsen dann doch zu weit. Sie folgten der Auffassung des Arbeitgebers, wonach der Verstoß gegen die Nutzungsregelung bewusst und schwerwiegend war und die Folgen seines Handelns für den Mitarbeiter klar erkennbar waren.

Merke: Nur dann vom Arbeitsplatz aus surfen, wenn´s ausdrücklich erlaubt ist und den Schweinezyklus da lassen, wo er hingehört: an die Börse oder ins Private.

Wer auf nackte Tatsachen steht und Ärger mit dem Arbeitgeber vermeiden möchte, kann demnächst getrost zum Handy greifen. Dank einer Kooperation mit dem finnischen Mobilfunkanbieter Sonera werden "Naked News" (Slogan: "The program with nothing to hide") bald auch auf den Displays tragbarer Telefone flimmern. Doch bis dahin wird wohl noch einige Zeit vergehen; Soneras Entwicklungsabteilung Mspace müsse zunächst noch "einige technische Probleme lösen", hieß es. Die Klientel wird die Wartezeit mit Gelassenheit nehmen: Schließlich soll die gewohnte "Schärfe" des News-Formats ja nicht leiden.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%