"Darf nicht Gesetz werden"
Fraport-Chef Bender warnt vor Lärmschutznovelle

Das Vorhaben der Bundesregierung werde die Luftverkehrswirtschaft mit Milliardenkosten belasten.

dpa-afx FRANKFURT. Der Vorstandschef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Wilhelm Bender, hat vor der im Bundesumweltministerium entworfenen Novelle der Lärmschutzverordnung gewarnt. "Diese Novelle darf nicht Gesetz werden", sagte Bender am Sonntag in einem Interview des Deutschlandfunks. Das Vorhaben richte sich "ganz klar gegen den Wirtschaftsstandort Bundesrepublik Deutschland und gegen den Luftverkehr". Wegen der geplanten Verschärfung der Lärmschutz-Grenzwerte rechnet die Luftverkehrswirtschaft mit sechs Mrd. DM Zusatzkosten.

In der Bundesregierung hätten die Fraport AG und die anderen Flughäfen augenscheinlich Unterstützung gegen die Lärmschutz-Novelle, sagte Bender weiter. Er sprach von Signalen aus dem Bundesverkehrsministerium und aus dem Wirtschaftsministerium. "Insofern gehe ich davon aus, dass kein Gesetz erlassen wird, das gegen die Interessen des Luftverkehrs in Deutschland gerichtet ist", sagte der Fraport-Chef.

Mit einer Verschärfung der Lärmschutz-Grenzwerte will Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die Schutzzonen rund um die zivilen und militärischen Flughäfen ausweiten. Dann hätten mehr Betroffene als bisher Anspruch auf Lärmschutzfenster. Zudem müssten die Flughafen-Betreiber den Einbau einer Klimaanlage bezahlen, worauf die Betroffenen bisher keinen Anspruch haben. Nach einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" vom Mai stößt die geplante Novelle bei Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig und Verteidigungsminister Rudolf Scharping (beide SPD)auf massiven Widerstand. Die Fraport AG startet am Montag an der Börse. Der Wert ihrer 8,5-fach überzeichneten Aktien wurde mit 35 Euro festgesetzt./DP/ep

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