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Darfur-Friedensgespräche ohne Abkommen vertagt

Die Friedensgespräche zwischen Rebellen und der sudanesischen Regierung für die Krisenprovinz Darfur sind in der nigerianischen Hauptstadt Abuja ohne Abkommen vertagt worden. Die Gespräche sollen im Oktober wieder aufgenommen werden, berichtete die BBC.

dpa NEW YORK. Die Friedensgespräche zwischen Rebellen und der sudanesischen Regierung für die Krisenprovinz Darfur sind in der nigerianischen Hauptstadt Abuja ohne Abkommen vertagt worden. Die Gespräche sollen im Oktober wieder aufgenommen werden, berichtete die BBC.

Die Rebellen hätten sich geweigert, ein Abkommen zu unterzeichnen, das den Hilfsorganisationen einen besseren Zugang zu der westsudanesischen Region gegeben hätte. Die Rebellen argumentierten, dass Sicherheitsfragen nicht gelöst worden seien.

Die Gespräche in Abuja liefen seit vier Wochen, steckten aber bereits seit zwei Wochen in der Sackgasse. Die Regierung in Khartum beschuldigt die Rebellen, den Konflikt begonnen zu haben. Die Rebellen machen die arabischen Dschandschawid-Milizen für grausame Menschenrechtsverletzungen verantwortlich und verlangen, dass diese Milizen zuerst ihre Waffen niederlegen. Die sudanesische Regierung bestreitet die Unterstützung der Milizen.

Unterdessen unterstrich Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD), dass ein Einsatz deutscher Soldaten in Sudan derzeit nicht zur Debatte steht. Aber es gebe keinen Zweifel, "dass auch wir Deutsche für diesen Kontinent Verantwortung tragen", sagte Struck der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). "Wir können nicht einfach zusehen, wenn es an irgendeiner Stelle des Kontinents zu Völkermorden kommt."

Die Einschätzung des US-Präsidenten George W. Bush, dass im Sudan genau dies derzeit geschehe, bezeichnete Struck als "nicht ganz falsch". "So abwegig ist es also nicht, wenn wir Deutsche diese Frage wenigstens prüfen müssen." Struck betonte jedoch, zunächst stehe die Afrikanische Union in der Verantwortung.

In New York bemühten sich die Mitglieder des Weltsicherheitsrates intensiv um eine neue Resolution, die Sudan zur Beilegung des Darfur-Konflikts bewegen soll. UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte den Rat zuvor in einem ungewöhnlich scharfen Appell aufgefordert, sich "ohne Verzug" zu einigen. Er selbst beeile sich, Experten für die geplante Kommission zur Untersuchung eines möglichen Völkermordes in Darfur zu finden.

Die USA, die im Gegensatz zu den anderen 14 Mitgliedern des Gremiums von einem Völkermord in der Provinz ausgehen, haben einen neuen Entschließungsentwurf vorgelegt, den zweiten innerhalb von 48 Stunden. Er soll vor allem chinesischen Bedenken Rechnung tragen. Peking stößt sich an der Androhung von Strafmaßnahmen gegen Sudan und hat ein Veto angedroht. Unsicher blieb Russlands Position. Wegen der Verhandlungen wird nach Einschätzung des amerikanischen UN - Botschafters John Danforth möglicherweise erst am Samstagnachmittag (Ortszeit) abgestimmt.

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