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Darkazanli-Auslieferung in einigen Wochen

Die Auslieferung des terrorverdächtigen Hamburger Kaufmanns Mamoun Darkazanli nach Spanien zieht sich voraussichtlich mehrere Wochen hin. Darkazanli war am Freitag verhaftet worden.

dpa HAMBURG. Die Auslieferung des terrorverdächtigen Hamburger Kaufmanns Mamoun Darkazanli nach Spanien zieht sich voraussichtlich mehrere Wochen hin. Darkazanli war am Freitag verhaftet worden. Er soll seit 1997 eine Schlüsselfigur des terroristischen Netzwerkes El Kaida in Spanien, Deutschland und Großbritannien sein.

Zunächst müssten die spanischen Behörden einen formellen Antrag stellen und das Hanseatische Oberlandesgericht über die Zulässigkeit der Auslieferung entscheiden. Das sagte eine Justizsprecherin am Samstag in Hamburg.

Die Behörden in Hamburg wenden zum ersten Mal die neuen Regeln des EU-Haftbefehls und des Gesetzes über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRG) an, nach denen innerhalb der Europäischen Union auch deutsche Staatsbürger ins Ausland ausgeliefert werden können. Diese neue Regelung, die seit Ende August gilt, machte die Verhaftung erst möglich, da Darkazanli neben der syrischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Stimmt der Tatverdächtige - wie Darkazanli - der Auslieferung nicht zu, müssen die Behörden binnen 60 Tagen entscheiden.

Die Bundesregierung, die ebenfalls eingeschaltet wird, hält eine Auslieferung für möglich. "Zum jetzigen Zeitpunkt sieht die Bundesregierung keine Hindernisse", sagte eine Sprecherin des Bundesjustizministeriums.

In Spanien liegt ein Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. In Deutschland ermittelt der Generalbundesanwalt seit mehr als drei Jahren gegen Darkazanli, ohne dass es zu einer Verhaftung gekommen wäre. Der Deutsch-Syrer soll ständiger Ansprechpartner und Assistent von Osama bin Laden in Deutschland sein. Der Im- und Exportkaufmann soll unter anderem am Kauf eines Schiffes für bin Laden beteiligt gewesen sein. Der 46- Jährige hatte bei der Festnahme keinen Widerstand geleistet. Nach Angaben eines Sprechers der Innenbehörde stand Darkazanli als Mitglied der Hamburger Islamisten-Szene unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden.

Der in Damaskus geborene Darkazanli ist laut der Anklage von Richter Baltasar Garzón ein Intimus des Syrers Imad Eddin Barakat Yarkas alias "Abu Dahdah". Der mutmaßliche Anführer einer El-Kaida - Zelle war in Spanien im November 2001 festgenommen worden und sitzt seitdem in Madrid in Haft. Diese Zelle hatte den Ermittlungen zufolge von Spanien aus die Anschläge des 11. September in den USA mit vorbereitet und das genaue Datum für das Blutbad festgelegt.

Die spanischen Behörden klärten unterdessen die Madrider Anschläge mit 191 Toten vom März dieses Jahres weitgehend auf. Anhand eines Gentests identifizierten sie den Algerier Allekema Lamari als mutmaßlichen Anführer des Terrorkommandos.

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