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Darth Vader der Kabelnetze

Was soll man nun davon wieder halten? Erst gibt John Malone, Chef des US-Medienkonzerns Liberty Media, seinen Einstieg beim deutschen Bezahlfernsehen Premiere World bekannt. Einen Tag später rudert er bereits zurück: Programmpartnerschaft sei vielleicht doch besser als eine Beteiligung an dem defizitären Kirch-Sender. lässt er verlauten. Will er nun oder will er doch nicht?

Fest steht bisher nur eines. Malone will eine ganze Menge in Deutschland, vor allem eines: Geld verdienen mit dem zur Zeit noch teilweise maroden TV-Kabelnetz der Deutschen Telekom, dass der US-Amerikaner kaufen will - vorausgesetzt das Bundeskartellamt gibt ihm grünes Licht dafür.

Um Geld zu verdienen ist Malone so einiges recht. Nicht umsonst hat der ehemalige Vize-Präsident der USA, Al Gore, den Mann den "Darth Vader der Kabelnetze" nach dem Bösewicht aus Star-Wars-Filmen benannt. Malone brachte seine Firma mit harten Methoden nach oben und baute sich sein Kabelimperium, das er für 54 Milliarden Dollar an den Telekomkonzern AT&T verkauften. Malone über sich: "Ich bin lieber ein guter als ein schlechter Kerl, aber ich bin lieber ein reicher schlechter Kerl als ein armer guter Kerl."

Reich ist er in Deutschland noch nicht geworden, als ein lieber Kerl hat er sich aber auch nicht geriert. Durch Ankündigungen wie die mit Premiere versucht er auszutesten, wie weit er gehen kann in Deutschland. Kann er tatsächlich die Kabel-Infrastruktur besitzen, darauf seine eigenen Programme anbieten und noch Teilhaber ein Kirchs Pay-TV sein, das eigentlich ein Konkurrenzangebot wäre?

Die Entscheidung, wo Malones Grenzen in Deutschland sind, trifft das Bundeskartellamt. Keine einfache Entscheidung. Durch das ständige Vorpreschen Malones müssten die Kartellwächter aber eine Vorstellung davon bekommen haben, welche Rolle Malone spielen möchte. Spätestens im Januar nächsten Jahres, wenn die Entscheidung fällt, werden wir wissen, ob der Darth Vader auch hierzulande wüten kann.

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