Darum geht es
Dauerthema Wehrpflicht

Die Wehrpflicht ist in Deutschland seit langem umstritten - die Diskussion begann bereits 1956. Der demokratischen Tradition folgend, die auf die Französische Revolution zurückgeht, entschied sich der Bundestag damals für die Wehrpflicht und gegen eine Berufsarmee.

ws DÜSSELDORF. Leitbild war eine in die demokratische Gesellschaft integrierte Bundeswehr, deren Soldaten sich als "Staatsbürger in Uniform" verstehen. Doch das konnte die Gegner der Wiederbewaffnung nicht überzeugen, die auch die Wehrpflicht als "Kriegsdienst" ablehnten. Mittlerweile berufen sich Kritiker verstärkt darauf, dass immer weniger Wehrgerechtigkeit gegeben sei: Wegen der Verkleinerung der Bundeswehr - 1990 noch 500 000, künftig unter 300 000 Soldaten - wird ein immer geringerer Teil der tauglichen jungen Männer eingezogen. Wen der Staat in die Pflicht nimmt und wen nicht, wird aus der Sicht des einzelnen zur Lotterie.

Die veränderte sicherheitspolitische Lage seit dem Zerfall des Warschauer Pakts liefert den Kritikern weitere Argumente. Massenarmeen, so lautet eines, seien für die neuen militärischen Aufgaben wenig geeignet. Zudem verzichten mit Staaten wie Frankreich, Großbritannien und den USA wichtige Bündnispartner längst auf die Dienste von Wehrpflichtigen. Überdies unterstellen viele Wehrpflicht-Gegner, eine Berufsarmee sei billiger als die heutige Bundeswehr.

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