Das Anteilspaket von knapp 60 % ist wie geplant in die AV Packaging eingebracht worden.
Eon gibt Beteiligung an Schmalbach-Lubeca ab

Der Energieriese Eon hat sich von seiner Mehrheitsbeteiligung an dem Verpackungskonzern Schmalbach-Lubeca getrennt. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf berichtete, sei das Anteilspaket von knapp 60 % wie geplant in die AV Packaging eingebracht worden.

dpa/Reuters DÜSSELDORF. Von den freien Aktionären hätten rund 37 % bis zum Ablauf der Angebotsfrist die Kaufofferte angenommen. Im Zuge einer Barkapitalerhöhung wird die Allianz Capital Partners einen Anteil von 51 % an der AV Packaging übernehmen.

Mit dem komplizierten Umtauschverfahren wird nach Angaben eines Eon-Sprechers vor allem die Übernahme finanziert. Den freien Aktionären von Schmalbach-Lubeca waren 7,50 Euro je Aktie geboten worden. Der Energieriese bleibt an dem Verpackungsunternehmen aus Ratingen zunächst mit 49 % beteiligt. Damit wird die Gruppe nicht mehr in der Eon-Bilanz konsolidiert. Das Düsseldorfer Unternehmen wird die Beteiligung zu einem späteren Zeitpunkt ganz abgeben.

Die europäische Kartellbehörde habe der Mehrheitsübernahme von Schmalbach-Lubeca durch Allianz Capital Partners inzwischen zugestimmt. Eon hat damit einen weiteren Schritt zur Konzentration seiner Geschäfte auf die Kernsparten Energie und Spezialchemie getan.

Seit der Fusion von Veba und Viag zur Eon wurden zahlreiche Beteiligungen in einem Wert von rund acht Mrd. Euro verkauft. Hierzu gehörten unter anderem E-Plus, Cablecom, Gerresheimer Glas und Veba Electronics. Auf der Verkaufsliste stehen noch das Duisburger Handelshaus Klöckner und der Waferproduzent MEMC sowie ein weiterer Börsengang der Stinnes AG.

Vor gut einer Woche hatte der Eon-Konzern angekündigt, dass auch die Immobilientochter Viterra neu ausgerichtet werde und sich vor allem im Gewerbeimmobilienbereich deutlich verstärken wolle.

Nicht ganz so glatt wie von Eon geplant, verläuft hingegen die Abgabe der Anteile am Berliner Versorger Bewag an den Hamburger Stromkonzern HEW. Beobachter erwarten, dass ein Spitzentreffen zwischen dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und den Spitzen des HEW-Konzerns und seines schwedischen Partners Vattenfall am Mittwoch möglicherweise Fortschritte in dem vor dem Berliner Landgericht ausgetragenen Zivilrechtsstreit bringen könnte.

Nach der einstweiligen Verfügung von Bewag ist es Eon untersagt, ihren Anteil an HEW zu verkaufen.

Der Eon-Partner bei der Bewag, die deutsche Tochter des US-Konzerns Southern Energy, hatte beim Berliner Landgericht eine einstweilige Verfügung erwirkt. Danach ist es der Eon Energie-Tochter vorläufig untersagt, ihren Anteil an die HEW zu verkaufen. Der US-Konzern hält 26 % der Bewag-Anteile und ist selbst daran interessiert, diesen Anteil aufzustocken. Der Verkauf der Bewag-Anteile gehört zu den Fusionsauflagen des Kartellbehörden in Bonn und Brüssel für den Eon-Konzern.

Im erklärten Randgeschäft Telekommunikation machte Eon Mitte August mit seinem Angebot an die British Telekom, den Anteil am Münchner Telekommunikationskonzern Viag Interkom für 6,6 Mrd. DM fast reinen Tisch. Dabei hatte die Dimension der Gebote bei der UMTS-Mobilfunklizenzversteigerung in Mainz wohl den Ausschlag gegeben. Analysten erwarten nun, dass sich Eon auch von den restlichen Telekom-Aktivitäten trennen wird. So hält Eon an der österreichischen One 30 %, an der schweizerischen Mobilfunkfirma Orange Communications 42,5 % und ist an der französischen Bouygues Telekom mit 19 % beteiligt.

Auf der Verkaufsliste des Eon-Konzerns ganz oben rangiert nach Einschätzung von Branchenkennern der Duisburger Stahl- und Aluminiumhändler Klöckner & Co. Auch bei der Beteiligung an der VAW Aluminium rechnen Analysten in naher Zukunft mit Entscheidungen. Erwartet wird aber auch, dass sich Eon nun in Europa im Energiebereich um Kooperationen oder Übernahmen bemüht. In jüngster Vergangenheit gab es Spekulationen etwa um einen Eon-Einstieg mit seiner Tochter Veba Oel beim österreichischen Mineralölkonzern OMV oder gar über eine Fusion des Konzerns mit der französischen Suez Lyonnaise des Eaux.

Der Eon-Konzern hatte Mitte August in seinem Zwischenbericht mitgeteilt, dass der Betriebsgewinn wegen der gesunkenen Strompreise um zehn Prozent gefallen sei. Im Gesamtjahr werde das Konzernbetriebsergebnis zudem nicht an die Rekordzahl des Vorjahres anknüpfen können, hieß es.

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