Das Auto durchläuft eine lange Entwicklungszeit
Mobilität – auch im Auto kein Fremdwort mehr

Mobiltelefone, Pocket PCs, Palmtops, Notebooks - die meisten Menschen besitzen nicht nur eines dieser Geräte, sondern gleich mehrere. Gern und oft werden sie genutzt, um Nachrichten zu schreiben und zu senden, Datenbankeinträge abzufragen oder im Internet zu surfen. All dies ist ein Zeichen immer größer werdender Mobilität. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, müssen Berufstätige zu jeder Zeit online sein - zu niedrigen Preisen und bei guter, drahtloser Internetverbindung.

Auch im Privatleben ist das Internet kaum mehr weg zu denken. Es wäre beispielsweise eine komfortable Zeitersparnis, sich während einer Geschäftsreise ein Restaurant auf dem Weg in die Stadt über einen Location-based Service heraussuchen zu lassen - und dort gleich einen Tisch zu reservieren. Wenn man sich daran gewöhnt hat, sicherlich ein Service, auf den man später nicht mehr verzichten will.

Doch genau dort, wo der Mensch vordergründig am mobilsten ist, hat er bislang keinen Zugang zu Informationen und ist zur Untätigkeit verdammt - nämlich im Auto. Momentan können die meisten Automobile nicht mehr, als Menschen von einem Ort zum anderen zu bringen. Das vernetzte Auto ist immer noch Zukunftsmusik - die Bereiche Information und Unterhaltung beschränken sich auf Telefonate mit dem Handy, Musik aus dem Radio oder Straßenkarten vom Navigationssystem.

Doch warum sollten Autofahrer und Passagiere darauf verzichten, im Internet zu surfen, Videos anzuschauen, oder Location-based Services zu nutzen, wenn sie dies überall sonst bereits können? Warum ist das Auto - eigentlich ein Mittel, die Mobilität zu erhöhen - so unflexibel, wenn es um moderne Technologien geht? Die Antworten darauf sind vielfältig. Ein Grund ist sicherlich die Entwicklungszeit: Ein Auto vom Reißbrett her neu zu gestalten, dauert mindestens drei Jahre. Der Entwicklungszyklus einer IT-Anwendung oder eines Betriebssystems hingegen nimmt nur sechs bis zwölf Monate in Anspruch. Wenn das Automobil also vom Band rollt, ist die integrierte Technologie schon wieder veraltet.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Sicherheit. Moderne Automobile sind mittlerweile mit Software und Hardware für den reinen Fahrzeugbetrieb voll gestopft: Der Fahrer verfügt über einen Bordcomputer, der ihm Benzin- und Ölstand ebenso angibt wie Durchschnittsgeschwindigkeit oder Außentemperatur. Navigationssysteme oder Entertainment-Komponenten arbeiten zwar unabhängig von der bereits vorhandenen Technologie, doch dürfen sie zum einen die empfindliche Bordelektronik in keiner Weise stören. Zum anderen ist es wichtig, dass die Geräte auch während der Fahrt interaktiv sind und zwar so, dass sie die Sicherheit des Fahrers nicht beeinträchtigen.

Die komplette Sprachsteuerung der Systeme ist daher extrem wichtig: Spracherkennungssysteme ermöglichen es, Services auf mobilen Geräten in Anspruch zu nehmen ohne dabei die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen. Darüber hinaus muss es eine Art zentraler Kontrollinstanz geben, die erkennt, welche Geräte eingeschaltet sein dürfen und welche nicht. Während der Fahrt sollte der Fahrer keinen Zugriff auf ein Videosystem haben, während der Einsatz von Navigationsanwendung oder Mobiltelefon erlaubt ist.

Für die Automobilhersteller sind solche Anwendungen im Auto natürlich eng mit der Kostenfrage verknüpft. Ein Navigationssystem darf in einem Luxusfahrzeug mehr kosten als in einem Kompaktwagen - mit neuen Technologien ist es ähnlich. Der Vorteil einer gemeinsamen Plattform: Anwendungen können kosteneffizienter entwickelt und müssen im Idealfall nur einmal programmiert werden. Den Rest übernehmen die Designer: Sie gestalten - je nach Spezifikation des Herstellers und Automodells - individuelle Displays. So erhalten die IT-Komponenten in jedem Fahrzeugmodell ihr ganz eigenes Gesicht.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, warum das Auto noch nicht voll vernetzt ist, doch die Informationstechnologie hält auch hier unaufhaltsam Einzug: Telematik lautet das Stichwort, das Fahrzeuge von ihrem Kokon befreit und in das fortschreitende mobile Leben mit einbezieht. Es gibt heute bereits viele der Technologien, die ein vernetztes Automobil möglich machen. Doch bislang fehlt eine einheitliche Architektur, auf der die verschiedenen Komponenten und Services basieren. Sind diese technischen Hürden in - hoffentlich naher - Zukunft behoben, macht das Auto die Menschen wirklich mobil.

Schreiben Sie dem Autor: alfonss@microsoft.com

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