Das Börsenumfeld bleibt aber labil
Dax-Ausblick: Hoffnung auf eine Bodenbildung ist gerechtfertigt

N ach dem Kursfeuerwerk in der vergangenen Woche glauben Analysten, dass sich die Aktienkurse bald stabilisieren werden. Einige glauben aber an einen zu schnellen Kursanstieg. Kurzfristig könne es daher nochmals ein wenig abwärts gehen. Die kommende Börsenwoche wird besonders durch interessante Unternehmenszahlen aus dem Technologie-Sektor bestimmt.

DÜSSELDORF. "Es ist momentan viel Euphorie im Markt", sagt Herbert Sturm, Leiter der Aktienstrategie bei der DG Bank . Nach der Leitzins-Senkung der US-Notenbank Fed seien die Aktienmärkte zu schnell nach oben gelaufen. "Gesund für eine Kursstabilisierung wäre es gewesen, wenn die Märkte zunächst seitwärts tendiert hätten", sagt der Experte. Er sieht erst im dritten und vierten Quartal Chancen auf eine nachhaltig freundliche Börse.

Der Wochenausblick der Hamburgischen Landesbank für den Dax lautet: "Leicht leichter." Analyst Stephan Otto prognostiziert ein kurzfristiges Kursziel für den kommenden Freitag von 6 050 Punkten. Der Experte rechnet nach den steigenden Kursen der vergangenen Tage mit "Gewinnmitnahmen". Obwohl in den nächsten Tagen zahlreiche wichtige Unternehmen die gesenkten Erwartungen bestätigen dürften, rechnen die Analysten besonders in den USA damit, dass Anleger ihre Kursgewinne realisieren - und verkaufen. Für den Standardwerteindex Dow Jones prognostizieren sie daher auf Wochensicht einen Stand von 10 350 Punkten. Auf dem Programm stehen Unternehmenszahlen von Compaq und Pepsi-Cola (Montag), Lucent Technologies (Dienstag), Amgen (Donnerstag), JDS Uniphase und Verisign (Freitag).

90 Euro Kursziel bei Fresenius Medical Care

Auch die GZ Bank ist mit ihrer Prognose zurzeit noch vorsichtig. "Um dem Markt die notwendige Zeit zur nachhaltigen Stabilisierung einzuräumen, konzentrieren wir uns auf fundamental aussichtsreiche Standardwerte", so Analyst Carsten Riester von der GZ-Bank. Diese Woche sehen die Analysten gute Chancen für die Papiere von Fresenius Medical Care, General Electric und Eon.

Fresenius Medical Care (FMC) ist für die Hamburgische Landesbank die "Aktie der Woche". FMC werde von seiner Spitzenstellung im Bereich Dialyse und seiner ungebrochenen Expansionsstrategie überdurchschnittlich profitieren. Zurzeit werde der Kurs von einer Asbestklage in den USA gedrückt. Die Experten schätzen die Erfolgschanchen dieser Klage als sehr gering ein und halten den jüngsten Kursrückgang für nicht gerechtfertigt. Die Hamburgische Landesbank sieht daher Kurspotenzial auf Sicht von einem Jahr bis 90 Euro.

Woche der TMT-Aktien

Neben den US-Unternehmen geben kommende Woche auch zahlreiche deutsche Unternehmen Zahlen bekannt:

TerminUnternehmen
DienstagDt.

Telekom

(Bilanz-PK)
Dienstag

Infineon

(2. Quartal)
MittwochDaimler-Chrysler (1. Quartal)
Mittwoch

Schering

(1. Quartal)
Donnerstag

BASF

(HV/1. Quartal)
Donnerstag

Epcos

(2. Quartal)
Donnerstag

Siemens

(2. Quartal)
Freitag

Bayer

(HV/1. Quartal)
Freitag

Lufthansa

(Bilanz-PK)
Quelle: DG Bank

"Bei Siemens wird es spannend, ob der Vorstand Stellung zum US-Börsengang bezieht", sagt Stephan Otto von der Hamburgischen Landesbank. Siemens hatte angekündigt, das Listing an der New York Stock Exchange (NYSE) u.a. erfolgt, um eine Akquisitionswährung zu besitzen. "Einige US-Technologieaktien sind sehr günstig geworden, vielleicht gibt es dazu ja die ein oder andere Bemerkung", spekuliert Otto. Neben Siemens, die bei der Hamburgischen Landesbank auf der Liste der Anlagefavoriten steht (Kursziel auf Jahressicht: 175 Euro), rangieren unter den Empfehlungen auch Ericsson (160 skr), Telefónica (24 Euro) und Vodafone Airtouch (280 GbP).

Europäische Technologieaktien sollen mittelfristig Impulse von einem freundlicheren US-Leitindex Nasdaq bekommen, sagt DG-Banker Sturm. Dann wird sich der Trend, dass zahlreiche Unternehmen ihre Gewinnschätzungen nach unten anpassen, seiner Meinung nach umkehren. Aktien aus den Branchen Software und Technologie sollen von besseren Gewinnaussichten und zusätzlich von günstigeren Zinsen in Europa profitieren können. "Auf 6-Monats-Sicht erwarten wir, dass auch in Euroland die kurzfristigen Leitzinsen von 4,75 % auf 4,00 % zurückgenommen werden", sagt Sturm.

Technologie-Analyst Matthias Dürr (DG Bank) favorisiert zurzeit beispielsweise die Aktie von Syskoplan. Der Softwaredienstleister aus dem Wachstumssegment Neuer Markt ist für den Experten ein "Kauf". Das Unternehmen arbeite hochprofitabel, habe ein exzellentes Wachstumsumfeld und die Aktie sei zudem günstig bewertet. Syskoplan realisiert Software-Projekte bei Großunternehmen in Deutschland, Europa und den USA.

Die Aktie des Software-Riesen SAP hingegen stuft Dürr weiterhin auf "Akkumulieren" ein. Zahlreiche Analysten hatten ihre Einschätzung für SAP auf Kaufen angehoben. Der Kurs sei in den vergangenen Tagen bereits "sehr weit nach oben gelaufen." Zwar habe das Walldorfer Unternehmen gute Quartalszahlen vorlegen können. Die Zahlen allein aus dem vierten Quartal aber würden 50 % der Geschäftstätigkeit widerspiegeln. Einen Ausblick auf das vierte Quartal habe der Konzern hingegen nicht gegeben. Schließlich habe SAP in den USA kein Umsatzwachstum bei den Lizenzeinnahmen erzielen können. "Die Abschlüsse blieben hinter den Serviceeinnahmen zurück", sagt Dürr.

type="organisation" value="DE0007100000">Daimler wahrscheinlich mit Rekord-Verlust

Die DG Banker gehen davon aus, dass das am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Telekom bekannt gegebene Quartalsergebnis noch nicht die große Ertragswende bringt. Allerdings könnten die Zahlen wegen geringer Subventionen im Mobilfunkbereich etwas besser als im Vorjahreszeitraum ausfallen.

Daimler-Chrysler werde am Mittwoch voraussichtlich einen Rekordverlust veröffentlichen. Das Management habe verlauten lassen, dass die Chrysler-Sanierung "nach Plan" verlaufe. Für das erste Quartal sei aber ein operativer Konzernverlust von bis zu 1&bnsp;Mrd. Euro eingeplant. Dazu kämen Restrukturierungsmaßnahmen von 3,4 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis soll demnach mit gut 4 Mrd. Euro in die roten Zahlen rutschen.

Weitere Informationen der DG Bank zum Aktienmarkt

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zur Lage auf dem Parkett: r.schweins@vhb.de

Strategische Empfehlungen haben wir in dieser Woche von der Hessischen Landesbank zusammen gestellt:

Helaba Trust

Unternehmen

Gewinn je Aktie 00e

Gewinn je Aktie 01e

Empfehlung

Datum Empfehlung

Adidas Salomon4,014,85Kaufen02.04.01
Allianz10,813,3Halten06.04.01

BASF

2,022,77Halten21.03.01

Bayer

2,492,73Halten22.03.01

BMW

1,862,80Halten01.08.00

Commerzbank

2,602,41Halten20.11.00
Daimler-Chrysler3,470,90Halten15.02.01

Deutsche Bank

7,608,30Halten28.11.00
Degussa2,352,52Kaufen12.12.00
Dresdner Bank3,162,38Halten09.11.00
Deutsche Telekom-0,060,14Halten23.01.01

Eon

5,303,93Halten11.12.00

Epcos

3,684,33Halten04.08.00
Fresenius MC2,532,78Halten10.11.00

Henkel

Vz.
3,213,52Halten05.04.01

Hypo

-Vereinsbank
2,503,72Halten25.07.00

Infineon

1,831,53Halten08.11.00

Karstadt

-Quelle
1,202,10Kaufen24.10.00

Lufthansa

1,701,70Halten15.03.01

Linde

2,292,60Halten22.03.01

MAN

2,522,55Kaufen29.03.01

Metro

1,101,30Kaufen10.10.00
Münchner Rück.8,609,80Halten13.02.01
Preussag1,922,10Verkaufen19.10.00

RWE

2,242,48Kaufen15.02.01

SAP

Vz.
2,033,16Halten19.06.00

Schering

1,702,15Halten19.03.01

Siemens

4,465,00Halten17.11.00

Thyssen

-Krupp
1,021,14Halten11.12.00

Volkswagen

4,656,29Kaufen30.10.00
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