Das Büro der Zukunft
Beam me up to my office

Das Büro der Zukunft muss nicht mehr im Unternehmen sein. Neue Technologien vereinfachen das dezentrale Arbeiten massiv, erfordern allerdings ein stetig ansteigendes Maß an virtueller Kooperation.

FRANKFURT. Wenn Marthin De Beer sein Büro in San Jose im US-Staat Kalifornien betritt, ist seine Mitarbeiterin meistens schon da. Dass seine Assistentin zu spät kommt, hat der Forschungschef des IT-Konzerns Cisco seit Dezember vergangenen Jahres nicht mehr erlebt. Nur kurz tippt sie zu Hause auf eine Taste, und "zack" ist sie an ihrem Schreibtisch.

Beam me up to my office? Was wie eine Szene aus der berühmten Science-Fiction-Serie "Raumschiff Enterprise" klingt - es ist Realität geworden, fast jedenfalls. Margaret ist zwar an ihrem Schreibtisch, doch "virtuell". Sichtbar auf einem gigantischen Flachbildschirm sitzt sie den Kollegen und Besuchern in Lebensgröße gegenüber. Jedes Wort der attraktiven Frau mit den langen, dunkelblonden Haaren kommt kristallklar und ohne Verzögerung aus den Lautsprechern, jede Mimik ist zu erkennen.

"Tele Presence" nennt sich das von Cisco entwickelte System - und könnte ein Vorgeschmack auf unser Büro der Zukunft sein. "Das sind Entwicklungen, die das Potenzial haben, die Art und Weise zu verändern, wie Menschen arbeiten", glaubt De Beer.

Eigentlich für hochwertige Videokonferenzen entwickelt, befreite "Tele Presence" den Cisco-Forschungschef aus einem echten Dilemma. Weil die Lebenshaltungskosten für Margaret in der Bay Area immer weiter stiegen, die allein erziehende Mutter gleichzeitig mehr Zeit für ihre neunjährige Tochter haben wollte, zog es die Assistentin zurück in ihre Heimat Texas. Da aber De Beer seine Mitarbeiterin nicht verlieren wollte, entschied er sich für die Video-Lösung.

"Die neuen Technologien", glaubt Henning Kagermann, "werden unsere Arbeitsumgebung massiv verändern." Der SAP-Chef hat mehrere große Trends ausgemacht. Der wohl wichtigste: die Mobilität. "Sie wird immer größer", sagt Kagermann und verweist als Beispiel auf das neue Mittelstandsprodukt von SAP, das demnächst auf den Markt kommen soll. Ihm genügt statt Rechenzentren und stationärer Computer ein handelsüblicher Laptop. "Kombiniert mit einem guten Mobiltelefon für Office-Anwendungen, kann ein Mittelständler sein komplettes Geschäft damit von überall in der Welt führen", sagt Kagermann.

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