Das Davos-Motto
Die Kreativität und der Imperativ

Sie müssen es jedes Jahr aufs neue versuchen: Die ganze Komplexität der Welt in ein Begriffspaar zu zwängen. "The Creative Imperative" ist Ged Davis in diesem Jahr eingefallen. Lesen Sie, was dahinter steckt.

GENF. Davis ist der für das Programm von Davos verantwortlich Managing Director des Weltwirtschaftsforums. Zusammen mit Jonathan Schmidt, dem Direktor für die Global Agenda des Forums, zerbricht sich Davis den Kopf darüber, welche Themen ins Programm passen und welche Botschaft das Forum unter die Führungselite aus Politik und Wirtschaft streuen will.

"Wir müssen die Kernthemen des Weltgeschehens benennen und sie intelligent miteinander vernetzen", sagt Davis. Ihn treibt die Sorge um, dass die großen Umbrüche der Welt von vielen nicht in ihren vollen Dimensionen erfasst werden. So der Aufbruch von China und Indien. Oder die wirtschaftlichen Ungleichgewichte. Oder die zukünftige Sicherung der Arbeit. Oder die Herausforderungen, die neue Technologien an das Verhalten stellen. Oder die Instabilität in vielen Weltregionen. "Wir glauben, dass die Welt vor einer neuen kreativen Herausforderung steht. Darauf wollen wir den Blick lenken."

Nach den Jahren der Krisenbewältigung hofft das Forum nun auf einen neuen Aufschwung, der noch brach liegendes Potenzial freisetzt. Der Erfolg solcher Produkte wie dem Ipod von Apple oder der Internettelefonie von Skype setzen für Schmidt dabei Maßstäbe. "Globalisierung allein garantiert noch lange keinen Erfolg. Die Unternehmen müssen sich noch deutlicher fragen: Was will der Konsument?"

Um Antworten auf Fragen wie diese zu erhalten, versuchen Davis und Schmidt den "Davos-Man" möglich häufig in interaktive Veranstaltungen einzubinden. Die Top-Manager der Welt werden zu einem exklusiven Zirkel von Workshops gebeten, der CEO-Series. Die Teilnahme wird strikt begrenzt, mitmachen kann nur, wer eine persönliche Einladung erhält. Die absolute Führungselite soll sich mit Fragen beschäftigen, ob sich das Zentrum der Gravität nach Asien verlagert, wie der Erosion des geistigen Eigentums begegnet werden kann, wie Talente entdeckt und Innovation gefördert werden sollen.

Die breite Masse der Führungskräfte machen in der "Big Debate" mit, wo rund 800 Teilnehmer Antworten zu den fünf Kernthemen von Davos erarbeiten sollen. Moderiert wird diese Veranstaltung vom britischen BBC-Präsentator Nik Gowing. "Die zugrunde liegende Vorstellung ist die gleiche. Wir wollen die Teilnehmer animieren, neue Ideen für die Gestaltung der Welt zu entwickeln, in der sie leben", sagt Davis. Daher kreisen 85 Prozent der Workshops und Panels, der Lunchs und Dinners um gerade mal fünf Themenkreise.

Dass Davos und seine Macher nichts von ihrer Attraktivität verloren haben, unterstreicht Davis mit wenigen Worten. "Die 2300 Plätze für die Teilnehmer waren noch nie so früh ausgebucht."

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