Das Designobjekt Handy: Wenn die Schönheit regiert

Das Designobjekt Handy
Wenn die Schönheit regiert

Wie das Business-Handy aussieht, ist egal. Doch in der Freizeit soll?s hübscher sein - Handys werden Design-Objekte. Das Weekend Journal testet Modelle für Individualisten.

HB DÜSSELDORF. TGIF - Thank God it?s Friday. Weg mit der Krawatte, den Rollcontainer abschließen und das klobige Smartphone... Ja, wohin damit? In die Jeanstasche passt es jedenfalls nicht. Und so wünscht sich so mancher ein Zweithandy für die Freizeit: klein, praktisch und gut.

Passend zur Osterzeit spielt Siemens Hase und bringt Eier auf den Markt, die genau diesen Wunsch erfüllen sollen. Xelibri heißt die Handy-Reihe, die nicht nur gut aussieht - sondern bei dem Top-Model Xelbri 3 sogar ohne Tastatur auskommt. Voice-Command ist das Zauberwort: Telefonnummern werden per Stimme eingegeben und der Anruf gestartet ("Dial"). Mit etwas Übung funktionierte das im Weekend-Journal-Test ordentlich.

SMS und EMS sind möglich, die Eingabe von Text aber mühselig. Getragen wird das Perlmutt-lackierte Schmuckstück leger an einem etwas klobig geratenen Halsband. Ein ausgefallenes Kommunikationsinstrument für unternehmungslustige Menschen.

Xelibri ist nur der Höhepunkt

Xelibri ist nur der Höhepunkt der neuen Handy-Welle. Nachdem der Business-Anwender alles hat, was er braucht, sollen nun Freizeit-Nutzer erschlossen werden. Und für die zählt eben auch das Aussehen.

Nokia setzt dabei auf das 8910i. Mattschwarz, mit klarer Linienführung ist das Modell die Wahl für den Design-Ästheten mit prall gefülltem Geldbeutel. Per Knopfdruck gleitet das Telefon sanft nach oben aus seiner Titan-Umhüllung und gibt den Blick auf die ebenso elegante wie filigrane Tastatur frei. Technisch ist das 8910i ein vollwertiges Business-Handy, das zudem noch alle Blicke auf sich zieht. Wirklich schade, dass man es in der Oper ausmachen muss. Aber dafür kann man es ja in der Pause genüsslich wieder einschalten.

Futuristisch kommt Motorolas V70 daher - schon fast ein Klassiker der Moderne. Das Handy mit dem Drehverschluss ist die Wahl für den Design-Puristen. Im geschlossenen Zustand dominieren glatte Flächen und das Display im Bullaugen- Look. Offen sieht das nur 83 Gramm schwere V70 aus wie aus dem Arsenal des Raumschiffs Enterprise entliehen - besonders wenn im Dunkeln die Tastatur geheimnisvoll blau hinterleuchtet ist. Das V70 kann getrost als zeitlos schön bezeichnet werden. Der Spaß, ein unverwechselbares Handy zu haben, ist mit knapp 730 Euro aber nicht billig.

Fürs Spielkind im Manager

Für das Spielkind im Manager empfiehlt sich Sony-Ericsson mit seinem neuen T 310. Klares, einfaches Design mit einem alles dominierenden Farbdisplay. Hier laufen Spiele wie "Tony Hawk?s Pro Skater 4". Fazit: Mit dem 310 hat das japanisch-schwedische Gemeinschaftsunternehmen ein schnörkelloses Freizeit- und Spaßhandy geschaffen - ein guter Begleiter fürs Wochenende.

Wer Kimchi nicht für eine koreanische Kampfsportart hält und leider den raketenhaften Aufstieg von Trend-Hersteller Samsung verpasst hat - das dürfte fast jeder in Deutschland sein -, kann sich mit LG noch einmal aus der Masse herausheben.

Früher nannte sich der koreanische Konzern "Lucky Goldstar", was aber dem Management auf Dauer zu sehr nach China-Restaurant klang. LG-Handys sind technisch anspruchsvoll, in Deutschland noch ein Geheimtipp und nur schwer zu bekommen.

Das aufklappbare G7000 ist momentan das Topmodell mit SMS, EMS, GPRS, Infrarot und WAP. Es verfügt über zwei Displays, das Innere mit 65 000 Farben ist im wahrsten Sinne des Wortes brillant. Die Menüstruktur ist leicht eingängig, polyphone Klingeltöne sind selbstverständlich. Das G7000 ist ein verspieltes Multimedia-Handy mit klarem Design und echten Business-Fähigkeiten. Und dazu noch relativ kostengünstig: Im Paket für 499 Euro ist sogar schon das Datenkabel für den PC-Anschluss enthalten.

Oder soll der mobile Party-Spaß ganz umsonst sein? Dann einfach in den Keller gehen. Da liegt bei so manchem noch ein Oldtimer wie das Nokia 2110. Klassisches Backstein-Design der späten 90er, satt griffige Gummitasten, locker die doppelte Größe des V70. Wer sich damit auf die samstägliche Party begibt, wird zumindest keine Probleme haben, Kontakte zu knüpfen: Mit einem erstaunten "Mann, wo hast du das Ding denn her?" beginnt so manche Konversation. Denn wer auffallen will, muss anders sein - und sei es mit Retro-Design. TGIF.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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