Das Duell
Europa ist nicht genug

Adidas gegen Nike - zwei Firmen, ein Ziel: die globale Herrschaft im Sportartikelbusiness. Die beiden größten Player der Branche duellieren sich auch bei der Euro 2008. Während Adidas in Europa vorne liegt, ist Nike Marktführer in den USA. Wie und warum beide Konzerne mehr erreichen wollen.

MÜNCHEN. Blitzblank und fein säuberlich aufgereiht stehen sie vor dem Spiel auf dem Boden in der Kabine des FC Bayern München: die Fußballschuhe von Stars wie Oliver Kahn, Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger. Im Licht der Halogenstrahler glänzen die drei Streifen, das Markenzeichen von Bayern-Miteigentümer Adidas, auf dem polierten Leder. Für den zweitgrößten Sportkonzern der Welt sind die Münchener Kicker ein wichtiges Aushängeschild.

Wie ein Stachel im Fleisch schmerzt es die Franken deshalb, dass in der Bayern-Kabine inzwischen auch die Konkurrenz Einzug gehalten hat: Mit Miroslav Klose und Franck Ribéry kicken gleich zwei der Besten in Schuhen des Erzrivalen Nike. Noch demütigender ist, dass der neue Goalgetter Luca Toni mit Stiefeln des kleinen Rivalen Lotto aufläuft.

Willkommen in der schillernden Welt des Sports, in einer Branche, in der verbissen mit Millionengagen um jeden Ausnahmekönner, um jedes Spitzenteam gekämpft wird. Denn die Ausrüster wissen ganz genau: Die Kids kaufen, was ihre großen Vorbilder tragen.

Weltweit buhlen einige Tausend Sportartikel-Anbieter um das Geld der Kunden, aber nur zwei Konzerne spielen in der ersten Liga: der Weltmarktführer Nike und sein deutscher Widersacher Adidas. Zwischen den Turnschuhfabrikanten tobt ein Kampf, in dem Nike seine Spitzenposition mit aller Macht zu verteidigen versucht und Adidas danach strebt, den verhassten Wettbewerber aus Amerika vom Thron zu stoßen. "Ich kann nicht sagen, wann wir wieder ganz oben auf dem Podest stehen", sagt Adidas-Chef Herbert Hainer. "Aber wir sind heute näher dran als noch vor fünf oder acht Jahren."

Ab Samstag treffen die Kontrahenten für drei Wochen in der größten Marketingschlacht des Jahres wieder einmal frontal aufeinander: Während der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz geht es ums Renommee, noch mehr aber um die Vorherrschaft im Milliarden-Geschäft mit Trikots und Kickschuhen. Die beiden Sportkonzerne wissen ganz genau: Nur wer den Fußball beherrscht, hat auch in Zukunft eine Chance, die Branche anzuführen.

Rund um den Globus treten 270 Millionen Menschen regelmäßig gegen das runde Leder, schätzt der Weltfußballverband Fifa, das sind knapp zehn Prozent mehr als Anfang des neuen Jahrtausends. Nur Joggen ist noch beliebter. In einem EM-Jahr wie diesem verkauft Adidas zwischen sechs und acht Millionen Fußbälle, findet die Weltmeisterschaft statt, sind es sogar zehn bis zwölf Millionen. Nike gibt keine Zahlen bekannt, doch die Fußball-Erlöse von Adidas lagen zuletzt bei 1,2 Mrd. Euro.

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